독일동화 읽어주는 소녀: Recent Episodes

Unicorn

독일어로 된 동화책을 낭독합니다.

View Details

Amelie bläst die Kerzen auf ihrem Geburtstagskuchen aus. Jetzt hast du einen Wunsch frei, sagt Mama. Aber du darfst ihn nicht verraten. Amelie lächelt. Sie hat einen schönen Wunsch: Sie will Onno wiedersehen. Ob sich dieser Wunsch erfüllen wird? Schließlich können ihre Eltern nicht zaubern. So ein trauriger Geburtstag denkt Amelie. Also gu,sagt papa plötzlich. Dein Wunsch soll in Erfüllung gehen. Überraschung!,ruft Mama. Amelie sieht ihre Eltern fragend an. Woher sollen sie wissen,was sie sich gewünscht hat? Können ihre Eltern etwa Gedanken lesen? Was für eine Überraschung?,fragt Amelie. Vielleicht findest du sie am Strand? Sagt Papa geheimnisvoll. Mama swinkert Amelie zu. Ist Onno wirklich wieder da? Erwartungsvoll rennt Amelie hinunter zum Leuchtturm. Sie macht Blinkkzeichen mit dem Spiegel. Aber Onno kommt nicht. Enttäuscht setzt sich Amelie in den Sand. Auf einmal sieht sie in der Ferne etwas. Ein Segelschiff! In voller Fahrt schießt das weiße Schiff über dos blaue Meer. Am Steuer steht Papa. Er winkt Amelie zu. Willst du mitfahren zur Insel der Delfine? , ruft er Amelie zu. Und ob Amelie das will! Das also ist die Überraschung: Papa hat ein Segelschiff gemietet! Nur wegen Amelies Geburtstag. Amelie ist glücklich. Sie wird Onno wiedersehen! Mit geblöhten Segeln führt das Schiff über das Meer. Und wenn die Delfine nicht mehr da sind?, überlegt Amelie. Amelie hat ihren Spiegel dabei. Sie hält ihn in die Sonne. Da sieht sie einen Delfin. Er springt aus dem Wasser. Sieh mal, Papa! , ruft Amelie, ,,da ist Onno! Onno schwimmt dem weißen Segelschiff entgegen. Wie schnell Onno ist! Übermütig umkreist er das Schiff. Dabei springt er in die Höhe. Amelie hat den Ball dabei. Sie wirft Onno den Ball zu. Geschickt balanciert Onno den Ball auf seiner Schnauze. Dann schleudert er ihn zurück an Bord. Amelie föngt ihn lachend auf. Andere Delfine tauchen auf. Da ist auch Onnos Mutter. Die Delfine schwimmen Onno hinterher. Er führt den Schwarm der Delfine an. Immer wieder springen die Delfine aus dem Wasser. Sie begleiten Amelies Schiff. Amelie steht am Heck des Schiffes. Über ihr ist der blaue Himmel. Amelie schließt die Augen. Sie spürt die Sonne auf ihrem Gesicht. Die klare Seeluft bläst ihr um den Kopf. Onno ist wieder da , flüstert Amelie. Genau wie in ihrem Traum! Dieser Augenblick soll niemals enden, denkt Amelie

View Details

Da ging das Entlein seines Weges. Es schwamm auf dem Wasser, es tauchte unter, aber wegen seiner Hässlichkeit wurde es von allen Tieren verachtet. Bald kam der Herbst. Die Blätter im Wald wurden gelb und braun, der Wind riss sie von den Bäumen und wirbelte sie in der Luft umher und der Himmel sah nach Kälte aus. Schwer hingen die Hagel- und Schneewolken herunter und auf dem Zaun saß der Rabe und schrie »Krah, krah!« vor lauter Kéilte. Dem armen Entlein ging es gar nicht gut. Eines Abends, als die Sonne gerade mit wunderbarem Glanz unterging, kam eine Schar großer Vögel aus dem Gebüsch hervor. Noch nie hatte das Entlein etwas so Schönes gesehen. Ganz weiß waren die Vögel und hatten lange schmiegsame Hälse. Es waren Schwäne, die einen höchst sonderbaren Ton ausstießen, ihre prächtigen großen F lügel ausbreiteten und aus dieser kalten Gegend weg in wärmere Länder zogen, wo noch offene Seen zu finden waren. Sie flogen so hoch empor, dass es dem Entlein ganz merkwürdig zumute wurde. Es drehte sich Wie im Kreis im Wasser herum und stieß einen so hohen und seltsamen Schrei aus, dass es sich selbst davor erschrak. Es konnte nicht anders, es musste den schönen, glücklichen Vögeln nachsehen. Als das Entlein sie nicht mehr sehen konnte, tauchte es bis auf den Grund hinunter. Und als es wieder an die Oberfläche kam, war es wie außer sich. Es wusste weder, wie die Vögel hießen, noch, wohin sie flogen. Und doch fühlte sich das Entlein ihnen so nah wie noch niemandem zuvor. Der Winter wurde entsetzlich kalt und das Entlein litt fürchterlich. Als die Sonne wieder warm zu scheinen anfing, lag es im Schilf des großen Moors. Die Lerchen sangen und ein herrliches F rühjahr war angebrochen. Da erhob das Entlein seine Flügel. Die rauschten wie nie zuvor und trugen es rasch zu einem großen Park, wo die Apfelbäume blühten und der F lieder duftete. Welche Frühlingsherrlichkeit ringsum! Und aus dem Gebüsch vor dem Entlein kamen vier wunderschöne weiße Schwäne hervorgeschwommen. Leicht und sicher glitten sie übers Wasser. »Ich muss zu diesen königlichen Vögeln schwimmem, dachte das Entlein. »Sie werden mich totbeißen, weil ich, der ich so hässlich bin, mich ihnen zu nähern wage. Aber das ist es mir wert.« Und dann flog es aufs Wasser hinaus und schwamm zu den prächtigen Schwänen hin, die ihm mit gesträubten F edern entgegenkamen. »Tötet mich nur!«, sagte das arme Tier und beugte den Kopf aufs Wasser hinunter. Aber was erblickte es in dem klaren Wasser? Es sah unter sich sein eigenes Bild, aber nicht mehr das eines plumpen, grauen, hässlichen Vogels, nein, es war selbst ein Schwan geworden. Nun kamen einige Kinder in den Park, die warfen Brot und Körner ins Wasser und das Kleinste rief fröhlich: »Es ist ein Neuer gekommen!« Die Kinder jubelten, klatschten vor F reude in die Hände und tanzten im Kreis. Dann holten sie ihre Eltern. Brot und Kuchen wurden ins Wasser geworfen und alle sagten: »Der Neue ist der Allerschönste! Seht doch, wie jung und schön er aussieht!« Und die alten Schwäne neigten sich tief vor ihm. Da wurde der junge Schwan sehr verlegen und steckte den Kopf unter den Flügel. Und doch war er glücklich. Er dachte daran, wie er verfolgt und verhöhnt worden war, und hörte nun plötzlich, dass er der schönste unter all den schönen Vögeln sei. Die Fliederbüsche senkten ihre Dolden zu ihm herab und die Sonne schien so warm. Da sträubte der Schwan seine F edern, der schlanke Hals beugte sich und aus tiefstem Herzen jubelte er: »So viel Glück hätte ich mir nie träumen lassen, als ich noch das hässliche Entlein war!

View Details

Das Entlein hielt es nicht mehr aus und so sprang und Hattel te es eines Tages über den Zaun. Die Vöglein in den Büschen huschten erschreckt in die Höhe. »Das tun sie, weil ich so hässlich bin«, dachte das Entlein, schloss die Augen und lief weiter. Endlich kam es ins große Moor hinaus, wo die Wildenten wohnten. Miide und traurig verbrachte es die Nacht im Schilf. Am frühen Morgen erblickten die Wildenten das Entlein. Das Entlein drehte sich nach allen Seiten und grüßte so ehrerbietig es konnte. Die Wildenten jedoch sagten: »Du bist unglaublich hässlich. Aber das kann uns ja egal sein, solange du nicht in unsere Familie einheiraten willst!« Das arme Entlein! Es dachte wahrhaftig nicht daran, sich zu verheiraten. Es war schon froh, wenn es nur ruhig im Schilf liegen und ein wenig Moorwasser trinken durfte. Nach zwei Tagen eilte das Entlein davon. Es lief über F elder und Wiesen und dabei raste ein Sturm, dass es kaum weiterkommen konnte. Gegen Abend gelangte das Entlein an ein Bauernhäuschen. Das war baufällig und wusste selbst nicht, nach welcher Seite es umfallen sollte, und darum blieb es stehen. Ein Sturm brauste um das Entlein, und es musste sich setzen, um nicht weggeweht zu werden. Da bemerkte es, dass die Tür der Hütte nur noch an einer Angel hing und es deshalb durch den Spalt hineinkriechen konnte. Drinnen wohnte eine alte F rau mit ihrem Kater und ihrer Henne. Der Kater, den sie Söhnchen nannte, konnte einen Buckel machen und schnurren. Auch F unken sprühen konnte er, aber dazu musste man ihm gegen die Haare streichen. Die Henne hatte kleine, kurze Beinchen und wurde darum Kurzbein genannt. Sie legte gute Eier und die Alte liebte sie wie ihr eigenes Kind. Gleich am nächsten Morgen wurde das fremde Entlein entdeckt und der Kater schnurrte und die Henne gackerte. Die alte Frau sah nicht mehr gut und als sie das Entlein entdeckte, hielt sie es für eine fette Ente, die sich verlaufen hatte. »Das ist ein guter Fang!«, sagte sie. »Jetzt kann ich endlich auch Enteneier bekommen. Wenn es nur kein Enterich isth So wurde das Entlein für drei Wochen auf W, Probe angenommen, aber es legte keine Eier. Der Kater war der Herr im Haus und die Henne war die gnädige Frau, und bei ihnen hieß es immer: »Wir und die Welt!«, denn sie glaubten, dass sie die eine Hälfte davon seien und zwar die bessere Hälfte. Das Entlein meinte, man könne auch anderer Ansicht sein, aber das ließ sich die Henne nicht gefallen. Sie fragte: »Kannst du Eier legen?« »Nein«, sagte das Entlein. »Dann halt den Schnabel.« Und der Kater fragte: »Kannst du einen Buckel machen, schnun en und Funken spriihen?« »Nein.« Dann darfst du auch keine eigene Meinung haben, wenn vernünftige Leute reden. So saß das Entlein verdrießlich in einem Winkel. Es dachte an die frische Luft und den herrlichen Sonnenschein draußen und fühlte eine so unwiderstehliche Lust in sich, Wieder einmal auf dem Wasser zu schwimmen, dass es nicht mehr anders konnte und der Henne davon erzählte. »Du bist wohl verrückt!« rief die Henne. »Leg Eier Oder schnurre dann gibt sich das! « »Aber es ist ein so herrliches Gefühl, auf dem Wasser zu schwimmen«, sagte das Entlein. »Es ist wunderbar, sich das Wasser über dem Kopf zusammenschlagen zu lassen und auf den Grund zu tauchen,« Spöttisch sagte die Henne: »Ja, das wird ein großes Vergnügen sein! Du spinnst doch! Der Kater ist das klügste Tier, das ich kenne. F rag ihn mal, ob er wunderbar fände, auf dem Wasser zu schwimmen oder auf den Grund zu tauchen.« Ihr versteht mich nicht«, sagte das Entlein. »Ich glaube, ich gehe lieber wieder hinaus in die weite Welt.« >>Ja, mach das .«, erwiderte die Henne.

View Details

Der Sommer auf dem Land war herrlich! Golden stand das Kom, der Hafer war noch grün, das Heu lag in Haufen, und auf den gemähten Wiesen stolzierte der Storch mit seinen langen roten Beinen umher und klapperte ägyptisch, denn diese Sprache hatte er von seiner Mutter gelernt. Die Äcker und Wiesen waren von großen Wäldern umgeben, in denen tiefe Seen lagen. An der sonnigsten Stelle stand ein alter Herrenhof, um den tiefe, breite Gräben gezogen waren. Von der Mauer bis ans Wasser hinunter wuchsen riesige, dichte Klettenblätter, die hohe Stängel hatten. Don inmitten dieses Dickichts saß eine Ente auf ihrem Nest, um ihre Eier auszubrüten. Endlich zersprang eine Eierschale nach der anderen. »Piep! Piep!« machte es. Aus jedem Ei kam ein gelbes Köpfchen hervor. »Wie groß die Welt ist!«, sagten die Entchen. Und die Mutter antwortete: »Das ist doch nicht die ganze Welt! Die geht auf der anderen Seite des Gartens noch weiter. Seid ihr denn jetzt alle beieinander? Nein, das größte Ei liegt immer noch da!« Und damit setzte sie sich wieder, um weiterzubrüten. Endlich sprang auch das große Ei. »Piep, piep!«, sagte das Junge und purzelte heraus. Es war sehr groß und sehr hässlich. Die Ente besah es sich von allen Seiten. »Das ist ja ein schreckliches Entlein! So sieht keines von den anderen aus!«, sagte sie. Am nächsten Tag war herrliches Wetter und die Sonne schien warm. Die Entenmutter ging mit allen ihren Kleinen den Graben hinunter. Platsch!, sprang sie ins Wasser. »Quak, quak!«, sagte sie. »Kommt nur mit mir, ich will euch in die Welt einführen und im Entenhof vorstellen. Bleibt aber immer in meiner Nähe, damit niemand auf euch tritt, und nehmt euch vor der Katze in Acht .« Ein Entlein nach dem anderen plumpste ihre nach. Die Jungen kamen an den Entenhof. Dort herrschte ein entsetzlicher Lärm, denn zwei Familien stritten sich um einen Aalkopf, während die Katze ihn leise und klammheimlich stibitzte. Die Entenmutter sagte: »Seht, so geht es zu in der Welt. Verneigt euch vor der alten Ente dort. Sie ist die vornehmste hier, Von spanischer Herkunft. Deshalb ist sie auch so dick und trägt einen roten Lappen am Bein. Denn ein jeder soll sie erkennen. Beugt den Hals und sagt >Quak

View Details

Die kleine Merrjungfrau

Weit, weit draußen, wo das Meer ganz blau und klar Wie Glas ist, hatte einst der Meerkönig tief unten sein Schloss. Die Mauern waren aus Korallen, die Fenster aus Bernstein und das Dach war aus Muscheln mit den schönsten Perlen darin. Der Meerkönig war seit Vielen Jahren Witwer. Seine alte Mutter kümmerte sich urn die Königstöchter. Es waren sechs wunderschöne Mädchen, die Jüngste aber war die Schönste von allen. Ihre Augen leuchteten blau Wie der tiefste See. Doch ebenso Wie ihre Schwestern hatte sie keine Beine, sondern einen schillernden Fischschwanz Die jüngste Prinzessin liebte es über alles, wenn die Großmutter von den Menschen, die auf zwei Beinen laufen konnten, und ihrer Welt erzählte. Da gab es Vögel, die singen, und Blumen, die duften konnten! Wenn ihr fünfzehn Jahre alt seid, dann dürft ihr hinauf , versprach die Großmutter. Nun war dieser Tag für die älteste Schwester nicht mehr fern. Aber die jüngste sollte noch fünf ganze Jahre warten. Ach, Wie. schwer war das! Als die älteste Schwester von ihrem Ausflug an die Wasseroberfläche zurückkam, berichtete sie Wunderbares: Ich habe große Schiffe gesehen und im Mondschein die Küste betrachtet. Da blinkten die Lichter einer großen Stadt. Kirchenglocken, Lärm, Musik und Lachen klangen herüber! Jahr für Jahr _ erzählte nun eine Schwester nach der anderen von all den herrlichen, fremden Dingen. Und Jahr für Jahr sehnte sich die jüngste mehr nach der Menschenwelt. Und endlich kam auch für sie der große Tag. Die Großmutter schmückte sie festlich, und die kleine Meerjungfrau schwarnm hinauf ans Licht. Als sie aus dem Wasser auftauchte, ging die Sonne gerade rotgolden unter. Ein Schiff lag auf der stillen See, Musik und Lachen erklangen und ein Feuerwerk ließ bunte Lichter aufs Wasser regnen. Das Schönste aber, was sie sah, war der junge Prinz, zu dessen Ehren das Fest gefeiert wurde. Die kleine Meerjungfrau konnte die Augen nicht von ihm abwenden. Als die Nacht dunkler wurde, kam ein starker Stur.m auf. Bald brachen gewaltige Wellen auf das Schiff nieder und schlugen es entzwei. Als die Meerjungfrau sah, Wie der Prinz ins Wasser stürzte freute sie sich. ]etzt kam er zu ihr ins Meer! Doch dann erinnerte sie sich, dass die Menschen 1m Wasser nicht leben können. Sie schwamm zu dem Jungen hinüber. Und ehe er bewusstlos im Meer ertrinken musste, war sie bei ihm und hielt ihn über Wasser. Die ganze N acht über blieb sie bei ihm. Am Morgen bettete sie ihn in den warmen Sand einer Bucht. Als sich Menschen dem Strand näherten, tauchte die Meerprinzessin schnell in die See. Gerade, als ein Mädchen sich über den Bewusstlosen beugte, schlug er endlich die Augen auf. Und traurig sah die Meerjungfrau, Wie ihr Prinz das Mädchen anlächelte. Immerzu dachte die kleine Meerjungfrau an den Prinzen. So dicht es ging, schwamm sie an seinem Schloss vorbei und träumte davon, ein Mensch zu sein. Wenn ich keinen Fischschwanz hätte, könnte er mich lieben , dachte sie, und durch seine Liebe Würde meine Seele un1 sterblich werden. So aber halte ich es nicht aus. Schließlich wagte sie sich in das brodelnde, grau sige Reich der Meerhexe, um ihre Hilfe zu erbitten. Du sollst deinen Willen haben , giftete die Hexe, aber es Wird dein Unglück sein! Wenn du erst Beine hast, soll dir jeder Schritt zur Qual werden. Deine Heimat siehst du nie Wieder. Und wenn der Prinz dich nicht Wirklich über alles liebt, so erhältst du keine unsterbliche Seele. Heiratet er eine andere wirst du zu Schaum. Ich gäbe alles dafür, wenn ich nur ein Mensch sein könnte , antwortete die kleine Meerjungfrau. Alles? Auch deine herrliche Stimme, sodass du für immer stumm sein Wirst?", fragte die Hexe. Ja! , rief das Meermädchen. Darauf gab ihr die Hexe einen Zaubertrank und die kleine Meerjungfrau schwamm freudig davon. Doch als sie am Haus ihres Vaters vorbeikam und die Schwestern sah, wollte ihr das Herz brechen. Aber sie schwamm weiter, bis sie zum Schloss des Prinzen gelangte. Am Ufer trank sie das brennend scharfe Gift, und vor Schmerzen verlor sie das Bewusstsein. Als sie erwachte, stand der junge Prinz vor ihr und lächelte. Er führte sie in sein Schloss. Und obwohl ihr jeder Schritt eine Qual war, ging sie überglücklich mit ihm. Wer bist du? Woher kommst du? , fragte der Prinz das wunderschöne Findelkmfi. Doch statt einer Antwort schaute sie ihn nur. hebevoll mlt ihren tiefblauen Augen an und blieb stumm. Der Prinz wollte sie nun immer um sich haben und sie machten herrliche Ausflüge. . ' Jeden Tag wuchs dle Liebe der Meerjungfrau zu ihrem Prinzen. Doch . sein Herz gehörte einer . anderen. Du erinnerst mich? so sehr an ein Mädchen", sagte er zu ihr. Es hat mich einst am Strand gefunden und mein Leben gerettet. Sie ist es, die ich heiraten will. Wenn ich sie nur Wieder finden könnte. Als die Zeit verging, drängten die Eltern des ; Prinzen, dass er endlich heiraten solle. Sie schickten ihn in das Land einer Prinzessin, die sie für ihn erwählt hatten. Und wie immer begleitete ihn die kleine Meerjungfrau.

Als der Prinz die fremde Prinzessin sah erkannte er sie sogleich wieder. Das war ja das junge Mädchen, das ihn am Strand gefunden hatte! Glücklich schloss er seine Braut in die Arme. Mit großem Prunk und Jubel wurde die Hochzeit gefeiert. Nur die kleine Meerjungfrau stand einsam daneben. ' Der Hochzeitstag ihres geliebten Prinzen würde ihr Todestag sein. Zu Schaum sollte sie werden, niemals unsterblich sein! Unendlich traurig folgte sie dem Paar aufs Schiff Bevor der nächste Tag erwachte, sollte die kleine Meerjungfrau sterben. So sah es der böse Zauber vor. Doch kurz vor Sonnenaufgang, als é? an Deck von der Welt Abschied nahm, tauchten auf einmal ihre fünf Schwestern auf. Die kleine, Meerjungfrau erkannte sie kaum wieder, denn sie hatten ihre schönen langen Haare nicht mehr.Die haben Wir der Hexe gegeben , riefen sie. ,Hier, nimm dieses Messer, dass wir für unsere Haare bekommen haben. Lauf schnell und stoße es dem Prinzen ins Herz; Und wenn sein Blut auf deine Beine fällt, so sollen sie wieder zum Fischschwanz werden. Dann kannst du Wieder zu uns kommen." Doch die kleine Meerjungfrau brachte es : nicht fertig, den Prinzen zu töten. Sie schleuderte das Messer ins Meer und stürzte sich selbst ins Wasser. Im selben Moment wurde sie zu Schaum. Doch dann spürte sie, wie sie emporgehoben wurde. Durchsichtige Wesen trugen sie durch die Lüfte, und sie selbst hatte einen Körper Wie diese. Wir sind die Töchter der Luft", flüsterten sie. Auch Wir haben keine unsterbliche Seele, aber , Wir können sie durch gute Taten gewinnen! Komm mit uns. Da schaute die kleine Meerjungfrau hinab auf das Schiff. Sie sah den Prinzen mit seiner jungen Frau und lächelte froh. Dann schwebte sie mit den Kindern der Lüfte hinauf in den Sonnenschein.

View Details

Die falsche Fährte

Das war ein spannender Tag: erst die Kanutour und dann der Besuch in der Tropfsteinhöhle. Müde schlurfen Fenja und Marie hinter Jakob her. Jakob ist der Leiter ihrer Pfodfindergruppe. Er führt die Kinder zurück zum Campingplatz. Dort fallen Fenjo und Marie erschöpft auf ihre Schlafsäcke. Plötzlich schreit Jakob: Unser Geld ist weg! Fenja und Marie springen auf. Sie finden Jakob im Gemeinschaftszelt. Er hat eine leere Dose in der Hand. Da war unser Geld drin! , jammert er. Ich wollte es nicht zur Kanutour mitnehmen und habe es hier im Zelt versteckt. Fenjo und Marie sind sich einig: Sie werden den Dieb finden. Die Mädchen gehen um das Zelt herum. Schau mal , ruft Fenja und zeigt auf einen Schlitz. Da hat der Täter das Zelt aufgeschnitten. Marie entdeckt Fußspuren. „Mann, der Täter hat aber Quadratlatschen!“ , ruft sie. Fenja holt Papier und Stift. Sie zeichnet den Fußobdruck ab. „Das nennt man Spurensicherung“ , erklärt sie. „Habe ich mal im Fernsehen gesehen. Und jetzt?“ , fragt Marie. Wie müssen nur schauen, wem die Schuhe gehören. Dann haben wir den Töter!,ruft Fenja. Sofort suchen die Mädchen den Zeltplatz ab. Bald werden sie fündig. Das Profil von Jakobs Schuhen stimmt mit den Abdrücken am Tatort überein! Aber Jakob war s nicht , sagt Fenja. Er war mit uns beim Ausflug. Sie untersucht die Schuhe. Innen stecken Popierschnipsel aus einer Fußbollzeitung. Marie schnippt mit den Fingern. Jemand hat Jakobs Schuhe mit Papier ausgestopft, damit sie ihm passen. Dann ist er zum Zelt geschlichen und hat das Geld gestohlen. Der Verdacht sollte auf Jakob fallen! Wer könnte etwas Verdüchtiges gesehen haben? Vielleicht Frau Mahler? Ihr gehört der Campingplatz. Fenjo und Marie gehen zu ihr. Frau Mahler hot es sich mit einem Modemagazin im Liegestuhl gemütlich gemacht. Uns wurde etwas gestohlen , sagen die Mädchen. Ist Ihnen etwas Verdüchtiges aufgefallen? Frau Mahler ist entsetzt. Was, ein Dieb auf meinem Zeltplatz? Ich war einkaufen und kam erst vor kurzem wieder , sagt sie. Leider habe ich nichts gesehen. Wer könnte noch etwas beobachtet haben? Vielleicht der kleine Herr Jüpner, der im Kiosk Süßigkeiten verkauft? Uns wurde etwas gestohlen! wiederholen die Mädchen. Haben Sie etwas Verdüchtiges gesehen? Nein , erwidert Herr Jüpner. Kopfschüttelnd legt er die Fußbollzeitung beiseite. Das ist ja schrecklich. Ohne das Geld könnt ihr ja keine Ausflüge mehr machen. Betrübt gehen die Mädchen zurück. Plötzlich schlägt sich Fenja mit der Hand gegen die Stirn. ,,Was hast du?“ , fragt Marie. Fenja grinst. „Ich weiß, wer das Geld gestohlen hat!“

View Details

Mama gesucht!

„Guten Morgen, guten Morgen. Aus dem Bett, du Faulpelz!“ , weckte Katharina ihren schlafenden Bruder. Maximilian guckte ganz verträumt hinter der Decke hervor. Katharina hatte sich schon gewaschen, frisiert und ihre Zähne geputzt. Rasch zog sie sich an und war fertig für den Tag. Maximilian dagegen kletterte . langsam und tollpatschig aus seinem Bett, und suchte nach dem Badezimmer, als ob er nicht wüsste, wo das sei. Ganz ohne Eile erledigte er seine morgendliche Toilette, zog sich dann an und schlich zum Frühstückstisch. Katharina aß schon ihr zweites Brot und trank ihren Tee. Maximilian wollte lieber ein Müsli. Er fand, das sei bequemer. „Määh!“ kam es von draußen. Das kleine Lamm meldete sich. „Sicher hat es. auch einen Bärenhunger. Komm, Maximilian, geben wir ihm eine Flasche mit Milch!“ schlug Katharina vor und sprang von ihrem Stuhl. Vergnügt hüpfte sie durch die Küche und bereitete das Fläschchen für ihren kuscheligen Besucher vor. Endlich war auch Maximilian soweit und die Kinder gingen hinaus zum kleinen Schaf. Das sprang vor lauter Freude in die Luft, denn in der Nacht hatte es sich etwas einsam gefühlt, obwohl es so einen gemütlichen Schlafplatz in der alten Hundehütte bekommen hatte. Erst onIte es ein paar Streicheleinheiten von den Kindern und dann ließ es sich dankbar die Flasche mit der köstlichen Milch von Katharina ins Maul stecken. Mmh, wie das schmeckte. Maximilian flocht aus Margeriten einen Kranz, den er dem Lamm um den Hals legte. Hübsch sah es aus, fand Katharina. Die Kuh und das Pferd vom benachbarten Bauernhof schauten neugierig über den Zaun, wer wohl das kleine Schaf sei? Geme hätten sie es beschnuppert und mit ihm gespielt. Auch ein Igel kam gewackelt und bestaunte das hübsche, kleine Blumenschaf. Wir müssen los und das Mutterschaf suchen , sagte Maximilian. Katharina packte schnell in die Rucksäcke etwas Proviant ein und dann zogen sie mit ihrem kuscheligen, weißen Freund los um dessen Mama zu finden. Das Lamm sprang vergnügt einmal nach links und einmal nach rechts und freute sich der Dinge. Die drei wanderten nach Osten der Sonne entgegen. Sie gingen querfeldein in der Hoffnung auf einer der Weiden eine Schafherde zu treffen, wo ihr Lamm hingehörte. Erst kamen sie zu Pferden, denen das Schaf übermütig um die Beine sprang. Doch seine Mutter fand es dort nicht. Etwas weiter stießen die Kinder mit dem. jungen Tier auf eine Kuhherde. Bimmelimm, bimmelte die Leitkuh und grinste freundlich den Wanderern entgegen. Schwungvoll hüpfte das Lamm durchs Gras zur Leitkuh und hoffte, dies sei seine Mutter. Es roch an ihr, doch merkte es bald, dass diese Dame zwar Milch hatte, aber es war trotzdem nicht seine Mama. Na gut, dann suchen wir weiter! , sagte Maximilian und vorwärts ging der Marsch. Das Findelkind war immer noch fröhlich und lustig, und hüpfte froh durch die bunten Wiesen. Es schnupperte hier und schnupperte dort und genoss den Ausflug mit seinen zwei neuen Menschenfreunden. Die Sonne stand nun am höchsten Punkt und es war Mittagszeit. Katharina breitete wieder ihre Picknickdecke auf und richtete eine Mahlzeit. Das Schaf bekam seine Flasche mit Milch und es durfte etwas vom Brot knabbern. Als alle drei satt waren, packte Maximilian alles in die Rucksäcke zurück und sie machten sich wieder auf die Beine. Vieie Kühe und Pferde, sogar Ziegen trafen sie auf ihrem Wege, doch eine Schafherde fanden sie nicht. Der Nachmittag wurde immer später und langsam begannen den Kindern die « Beine zu schmerzen. „Ich bin müde. Meine Füße tun weh. Ich kann nicht mehr!“ , klagte Maximilian erschöpft. Katharina konnte ihn nicht einmal mehr motivieren, denn sie war selbst ausgelaugt und enttäuscht, dass sie das Mutterschaf nicht gefunden hatten. Wir müssen umkehren und morgen weitersuchen , sagte Katharina. Maximilian war froh und so schnell ihre Füße sie noch trugen, gingen sie nach Hause. Das Lamm lief noch immer fit hinter ihnen her, doch es war jetzt auch ein bisschen traurig und hatte Sehnsucht nach seiner Familie. Die Eltern erwarteten die Kinder mit einem guten Abendessen, doch die Kinder waren zu müde und krochen schnell in ihre Betten. Das Lamm, ihr Findelkind kauerte sich in seine Hundehütte und schlief bald ein.

View Details

Amelie lernt hexen

Amelie feiert Geburtstag. Sieben Kerzen brennen auf der Geburtstagstorte. Amelie pustet sie aus. Geschafft! Ihre Freunde und Mama klatschen in die Hände. Dann packt Amelie die Geschenke aus. Ein Buch ist dabei und ein Poesiealbum. Beim letzten Päckchen murmelt Amelie etwas. Sie wünscht sich so sehr, dass ein Kätzchen drin ist! Amelie strahlt über das ganze Gesicht. Ihr größter Wunsch ist in Erfüllung gegangen!“Ein Kätzchen?“,wundert sich Mama. “Aber ich habe doch einen Stoffbären eingepackt.“ “Wie kann dann ein Kätzchen herauskommen?“,fragt ein Kind. „Hm“,macht Mama, „Ich habe da einen Verdacht.“ “Was für einen Verdacht?“,will ein anderes Kind wissen. Aber Mama verrät nichts. Sie zwinkert Amelie nur verschwörerisch zu. “Meinst du,ich bin jetzt...“ “Psst!“,macht Mama. Nachdem alle Kinder weg sind,sagt Mama zu Amelie:“Seit heute bist du eine kleine Hexe,mein Schatz.“ “Wirklich?“,fragt Amelie. Mama nickt.“Das Kätzchen ist der Beweis.“ Amelie fällt Mama um den Hals. Und nur wenig später fliegen sie auf Mamas Besen in den Hexenwald! Die Oberhexe Cleodie kommt aus ihrem Hexenhaus. Sie hat einen Besen in der Hand. “Sieben Jahre bist du jetzt“,sagt Cleodie feierlich und übergibt Amelie den Besen. “Damit er fliegt,musst du das Zauberwort sagen“,erklärt Cleokdie. “Es lautet:Filiwupps.“ Amelie schaut Mama an. Die nickt ihr aufmunternd zu. Da setzt sich Amelie auf den Besen. “Filiwupp“,sagt sie leise. Der Besen ruckelt wie wild und Amelie landet im Gras. “Du blöder Besen,du!“,schimpft Amelie. “Der Besen ist nicht blöd“,sagt die Oberhexe. “Warum hat er mich dann abgeworfen?“,fragt Amelie. “Weil du Filiwupp statt Filiwupps gesagt hast.“ Amelie versucht es noch mal: „Filiwupps.“ Kaum hat sie es ausgesprochen,schon fliegt der Besen. Ganz schön wackelig ist das! Amelie kann sich kaum halten. Aber nach ein paar Runden klappt es schon recht gut. Alleine fliegen ist viel schöner,als bei Mama mitzufliegen! “Amelie!“,ruft Cleodie. “Komm wieder herunter!“ Amelie drückt den Besen nach unten und landet sicher. “Jetzt bekommst du noch ein großes Zauberbuch“, sagt die Oberhexe. “Da steht alles drin, was du wissen musst, um eine gute Hexe zu werden.“ Amelie freut sich riesig. Zu Hause probiert sie das Zauberbuch gleich aus: „Hokuspokus,Krötenkuss,die Mütze soll fliegen!“ Stattdessen fällt die Lampe von der Decke. Oje,Amelie muss wohl noch viel üben. Später versteckt sie das Buch. Denn außer Mama darf niemand wissen,dass sie eine Hexe ist. Leider! Nur das Kätzchen weiß es. Vergnügt springt es auf Amelies Schulter und schnurrt. 고양이가 기분좋아서 낮게 그르렁거리며 진동처럼 내는소리

View Details

Die Schildkröte im Klassenzimmer

Endlich ist Malin ein Schulkind! Seit einer Woche geht sie in die erste Klasse. Heute gibt Frau Klein eine lustige Hausaufgabe auf :“Bringt euer libstes Kuscheltier mit“,sagt sie. “Und in der nächsten Stunde erzählt jeder eine Geschichte. Über sich und sein Kuscheltier.“

“Ich bringe meinen Teddy mit“,sagt Dina auf dem Heimweg. “Ich meinen Affen“,ruft Murat. “und ich meine Strickschlange“,fällt Leni ein. Zu Hause schaut Malin sich ratlos im Zimmer um. Am liebsten hat sie eigentlich ihre Kuscheldecke. Aber die ist schon so alt und abgeschabt. So was kann sie doch nicht in die Schule mitnehmen! Da hört sie ein Rascheln. Emma wandert durch ihren Käfig. Emma ist ihre Schildkröte. Und da hat Malin auf einmal eine Idee... Am nächsten Tag machen sie in der Schule einen Stuhlkreis. Vor ihnen in der Mitte sitzen alle Kuscheltiere auf einer Decke: Dinas Teddy,Murats Affe, Lenis Strickschlange und sogar eine Schildkröte aus Stoff. “Mein Teddy ist mal in die Badewanne gefallen“, erzählt Dina. Lenis Schlange fährt immer mit ihr Fahrrad. Und Murats Affe ist sogar in die Türkei gereist! Dann ist Malin dran. Ihr Ranzen ist umgefallen und die Klappe aufgegangen. Sie greift hinein. Aber nur etwas Streu kommt heraus. „Emma ist weg!“, ruft Malin. “Heißt Emma dein liebstes Kuscheltier?” , fragt Frau Klein. “Emma heißt meine Schildkröte“,schluchzt Malin. “Sie ist eine echte Schildkröte und mein allerliebstes Tier!“ Sofort springen alle Kinder auf. Sie wollen Malin suchen helfen. “Nicht so laut!“ruft Frau Klein.Aber niemand hört auf sie. Alle Kinder toben durch den Klassenraum. Dina wühlt im Papierkorb. Murat durchsucht die Regale. Leni robbt auf dem Bauch unter den Bänken herum. Und Malin schaut in alle Schulranzen. Ein paar Kinder wollen sogar den Schrank wegrücken! Das macht einen Höllenlärm. Plötzlich geht die Tür auf. Der Rektor kommt herein. “Was ist denn hier los?“,fragt er erstaunt. “Malins Tier ist weg“,schallt es ihm entgegen. “Meine Schildkröte Emma“,ergänzt Malin. “Aber da sitzt doch eine Schildkröte“,sagt der Rektor und deutet auf die Kuscheltiere. “Die ist nur aus Stoff“,lacht Murat. “Und Emma ist ein echtes Tier.“ Doch Malin bekommt ganz große Augen. Denn da sitzt nicht nur eine Schildkröte. Neben ihr sitzt auch noch eine zweite und die bewegt ihren Kopf. Emma ist wieder da!

View Details

Dornröschen Es waren einmal ein König und eine Königin, die wünschten sich nichts sehnlicher als ein Kind. Und eines Tages brachte die Königin eineTochterzurWeIt. Der König war darüber so froh, daß er ein großes Fest gab. Er lud dazu Freunde, Verwandte, Bekannte und die weisen Frauen ein, die in seinem Lande lebten. Es waren dreizehn. Doch weil sie von goldenen Tellern essen sollten und der König nurzwölf davon hatte, konnte er eine nicht einladen. Das Fest wurde in aller Pracht gefeiert, und als es zu Ende ging, beschenkten die weisen Frauen das Kind mit ihren Wundergaben. Gerade als die elfte der Frauen ihre Gabe genannt hatte, trat die dreizehnte ein. Sie wollte sich dafür rächen daß sie nicht eingeladen war. Sie trat an die Wiege und rief: Die Königstochter son sich in ihrem fünfzehnten Lebensjahr an einer Spindel stechen und tot umfallen! Der König, die Königin und alle Gäste waren sehr erschrocken. Da trat die zwölfte weise Frau vor und sprach: Es soll aber kein Tod sein, sondern nur ein hundertjähriger tiefer Schlaf! Gleich am nächsten Tag ließ der König alle Spindeln im Reich verbrennen. Die Königstochter wuchs heran. Und als sie gerade fünfzehn Jahre alt wurde, war sie allein im Schloß. Neugierig besah sie Kammern und Stuben, die sie nicht kannte, und stieg schließlich die Wendeltreppe des Schloß turmes hinauf. Sie öffnete eine kleine Tür. Da saß eine Frau an einem Spinnrad und spann emsig Flachs. ,,Guten Tag, Großmütterchen, was machst du da? fragte das Mädchen. Ich Spinne , antwortete die Alte. Was ist das für ein Ding, das so lustig herumspringt? fragte das Mädchen weiter und wollte auch spinnen. Kaum aber hatte es die Spindel berührt, ging der Zauberspruch in Erfüllung. Es stach sich in den Finger und fiel in einen tiefen Schlaf. Dieser Schlaf breitete sich über das ganze Schloß aus. Der König und die Königin, die eben heimgekommen waren, fingen an zu schlafen. Es schliefen die Pferde und die Jagdhunde, die Tauben auf dem Dach und die Fliegen an der Wand. Und der Koch, der den Küchenjungen gerade verprügeln wollte, hielt den Löffel hoch und schlief. Die Magd ließ das Huhn fallen, das sie gerade rupfte. Das Feuer hörte auf zu brennen, der Braten brutzelte nicht mehr, der Wind legte sich, und kein Lüftchen regte sich mehr in den Bäumen. Rings um das Schloß aber begann eine Dornenhecke zu wachsen, groß und dicht, bis endlich das ganze Schloß damit üben/vachsen war. Im ganzen Land erzählte man sich die Geschichte von dem reizenden Dornröschen. Denn so wurde die Königstochter genannt. Von Zeit zu Zeit versuchten Königssöhne, durch die Hecke zu Dornröschen zu dringen. Aber sie blieben in den Dornen hängen und starben eines jämmerlichen Todes. Nach vielen Jahren kam wieder einmal ein Königssohn in das Land und hörte von einem alten Mann Dornröschens Geschichte. Und obwohl der Alte ihn warnte, sagte er: Ich fürchte mich nicht! Ich will die Dornenhecke durchdringen und das schöne Dornröschen befreien. Nun waren gerade hundert Jahre vergangen, und der Tag war gekommen, an dem Dornröschen wieder erwachen sollte. Als der Königssohn sich der Hecke näherte, waren es lauter Blumen. Sie ließen ihn ohne Schaden durch und wurden dann wieder zu Dornen. lm Schloßhof sah er die Pferde und Jagdhunde liegen und schlafen. Auf dem Dach saßen die Tauben und hatten die Köpfchen unter die Flügel gesteckt. Und als er ins Haus kam, schliefen die Fliegen an der Wand. Der Koch in der Küche hielt noch den Löffel hoch, und die Magd saß vor dem Huhn, das noch gerupft werden sollte. Da ging er weiter und sah im Saal den ganzen Hofstaat liegen und schlafen. Und bei dem Throne schliefen der König und die Königin. Endlich stieg er die Wendeltreppe des Turmes hinauf und gelangte in die Stube, in der Dornröschen schlief. Da lag es und war so schön, daß er die Augen nicht von ihm wenden konnte. Er beugte sich zu ihm hinab und gab ihm einen Kuß. Kaum aber hatte er Dornröschen berührt, da erwachte es. Es schlug die Augen auf und blickte ihn ganz freundlich an. Sie gingen zusammen die Wendeltreppe hinab. Und jetzt erwachten auch der König und die Königin und mit ihnen der ganze Hofstaat. Die Pferde im Hof standen auf und schüttelten sich. Die Jagdhunde sprangen auf. Die Tauben auf den Dach zogen ihre Köpfchen unter den Flügeln hervor und flogen davon. Die Fliegen an den Wänden krochen weiter. Das Feuer in der Küche flackerte auf und kochte das Essen weiter. Der Braten fing wieder an zu brutzeln. Der Koch verprügelte den Küchenjungen mit dem Kochlöffel. Und die Magd nahm das Huhn und rupfte es fertig. Derjunge Königssohn aber hielt beim König und bei der Königin um Dornröschens Hand an. Bald darauf wurde ihre Hochzeit mit aller Pracht gefeiert. Und sie lebten vergnügt zusammen bis an ihr Lebensende.

View Details

Brüderchen und Schwesterchen Brüderchen nahm sein Schwesterchen an der Hand und ging fort mit ihm von der bösen Stiefmutter. Am Abend kamen sie in einen großen Wald. Da setzten sie sich müde in einen hohlen Baum und schliefen ein. Als sie aufwachten, schien die Sonne schon heiß, und Brüderchen sagte: Schwesterchen, ich habe Durst. Doch die böse Stiefmutter war den Kindern gefolgt. Sie war eine Hexe und hatte alle Brünnlein im Wald verwünscht. Als die Kinder nun ein Brünnlein fanden, hörten sie es rauschen: Wer aus mir trinkt, wird ein Tiger! Da trank das Brüderchen nicht. Als sie zum zweiten Brünnlein kamen, hörten sie es rauschen: Wer aus mir trinkt, wird ein Wolf! Da wartete das Brüderchen noch bis zum dritten Brünnlein. Und obwohl es rauschte: Wer aus mir trinkt, wird 'ein Reh ! trank es davon. Und schon stand es als Reh neben dem Brünnlein. Schwesterchen weinte bitterlich. Die Hexe aber war böse, dass sie es nicht auch zum Trinken verführen konnte. Schließlich sammelte Schwesterchen Binsen, flocht ein weiches Seil daraus und band das Reh daran. Beide gingen nun zusammen tief in den Wald hinein, bis sie zu einem Häuschen kamen. Weil es Ieerstand und ihnen gut gefiel, nahmen sie es zur Wohnung. Und wenn Brüderchen noch seine menschliche Gestalt gehabt hätte, wäre es nun für sie ein herrliches Leben gewesen. Lange lebten sie hier in Ruhe. Da hielt eines Tages der König des Landes eine große Jagd. Kaum aber hörte das Reh den Hörnerklang, wollte es bei der Jagd dabeisein. Es bat so lange, bis Schwesterchen schließlich nachgab. Komm aber am Abend heim , sagte es. Und damit ich dich erkenne, sprich: Mein Schwesterlein, laß much herein! Froh sprang das Reh in den Wald hinaus. Der König und seine Jäger sahen das; schöne Tier und verfolgten es. Aber sie konnten es nicht einholen. Am Abend, als es dunkel wurde, lief das Reh zu dem Häuschen und rief: Mein Schwesterlein, laß mich herein! Da wurde es hereingelassen. Am nächsten Tag ging die Jagd weiter, und wieder war das Reh dabei. Diesmal aber wurde es am Fuß leicht verletzt und konnte nur langsam laufen. Ein Jäger schlich ihm nach und beobachtete, wie es in das Häuschen gelassen wurde. Er merkte sich, was er gesehen und gehört hatte, und erzählte alles dem König. Da sprach dieser: ,,Morgen soll noch einmal gejagt werden. Am nächsten Tag spürte das Reh seine Verletzung nicht mehr und war wieder bei der Jagd dabei. Folgt ihm_ , befahl der König den Jägern, aber tut Ihm nichts zuIeide !" Er selbst ließ sich gegen Abend _von der. Jäger das Häuschen zeigen und rief: Mein Schwesterlein, laß mich herein! .. . Da ging die Tür auf, und der Konig trat ein. Vor ihm stand ein so schönes Mädchen, wie er noch keines gesehen hatte. Er sah es freundlich an und sprach: Willst du mit mir auf mein Schloß gehen und meine liebe Frau sein? Ja, gern , antwortete das Mädchen, aber das Rehlein muss auch mit, das verlasse ich nicht! Da nahm der König beide mit auf sein Schloß. Dort wurde die Hochzeit mit großer Pracht gefeiert. Als die böse Stiefmutter vom Glück der Kinder hörte, ließ ihr der Neid keine Ruhe mehr. Und als die Königin einen Sohn zur Welt gebracht hatte und der König gerade auf der Jagd war, nahm sie die Gestalt der Kammerfrau an. Zusammen mit ihrer Tochter brachte sie die Königin um. Dann musste sich die Tochter ins Bett der Königin legen. Um Mitternacht sah die Kinderfrau,wie die rechte Königin ins Zimmer kam. Sie nährte und pflegte ihr Kind, streichelte das Reh und ging wieder. Eines Nachts nun sprach sie: Was macht mein Kind? Was macht mein Reh? Nun komm ich noch einmal, dann nimmermehr. Da erzählte die Kinderfrau alles dem König. In der folgenden Nacht wachte er selbst in der Kinderstube. Die Königin kam wie immer, und ehe sie ging, sprach sie: Was macht mein Kind? Was macht mein Reh? Nun komm ich noch diesmal, dann nimmermehr. Der König rief: Du bist meine liebe Frau! Da erhielt sie durch ein Wunder das Leben wieder. Die böse Hexe und ihre Tochter wurden für ihre Freveltat verbrannt. Sobald die Hexe zu Asche geworden war, erhielt Brüderchen seine menschliche Gestalt zurück. Von nun an Iebte es wieder glücklich mit Schwesterchen zusammen

View Details

Schneeweißchen und Rosenrot

Eine arme Witwe lebte einsam In emer kleinen Hütte. In ihrem kleinen Garten standen zwei Rosenbäumchen. Eines davon trug weiBe, das andere rote Rosen. Die Witwe hatte zwei Kinder, die glichen den Rosenbäumchen und hießen Schneewechhen und Rosenrot. Eines Abends im Winter klopfte jemand an die Tür. Die Mutter sprach: Geschwind, Rosenrot, mach auf! Es wird ein Wanderer sein, der Obdach sucht! Doch als Rosenrot die Tür Öffnete, streckte ein Bär seinen dicken Kopf herein. Erschreckt versteckten sich die Kinder hinter der Mutter. Doch der Bär sprach; Fürchtet euch nicht, ich tue euch nichts zuleide. Ich will mich nur ein wenig bei euch wärmen. Du armer Bär , sagte nun die Mutter, leg dich ans Feuer. Schneeweißchen und Rosenrot kammen heran. Und schon bald hatten sie ihren Spaß mit dem unbeholfenen Gast. Er übernachtete in der Hütte, und als der Tag graute, ließen ihn die Kinder wieder hinaus. Von nun an kam der Bär jeden Abend. Im Frühjahr aber sagte er eines Morgens: Ich muß jetzt fort und meine Schätze vor den bösen Zwergen hüten. Wenn nämlich die Sonne die Erde aufgetaut hat, kommen sie herauf und stehlen. Darauf verschwand der Bär. Einige Zeit später sahen die Kinder im Wald an einem gefällten Baum etwas aufund abspringen. Ein Zwerg war es. Das Ende seines Iangen weiBen Bartes war in eine Spalte des Baumstamms eingeklemmt. Nun wuBte der Kleine nicht, wie er sich befreien könnte. Was steht ihr da?" schrie er die Kinder an. Helft mir lieber!" Aber das Bartende ließ sich nicht heraus. ziehen. Deshalb holte Schneewechheneine kleine Schere hervor und schnitt das Bartende ab. Gleich schimpfte der Zwerg; Ungehobeltes Volk! Schneidet ein Stück von meinem stolzen Barte ab! Dann nahm er . einen Sack mit Gold und stapfte ohne Dank davon. Einige Zeit später gingen Schneewechhen und Rosenrot zum Angeln. Als sie zum Bach kamen, sahen sie, daß etwas zum Wasser hüpfte. Es war der Zwerg. Er hatte geangelt, und dabei hatte der Wind semen Bart mit der Angelschnur verflochten. Als gleich darauf ein großer Fisch anbiß, femtedem Zwerg die Kraft, ihn herauszuziehen Die Mädchen versuchten vergebens, den Bart von der Schnur Ioszumachen. Es blieb nichts anderes übrig, als das Scherchen hervorzuholen und den Bart abzuschneiden. Als der Zwerg das sah, schrie er sie an: ,,Ist das eine Art, einem das Gesicht zu schänden? Ich darf mich vor den Meinigen gar nicht mehr sehen lassen! Dann holte er einen Sack Perlen und verschwand hinter einem Stein. Bald darauf schickte die Mutter die Mädchen in die Stadt. Da sahen sie über einer felsigen Heide einen großen Vogel, der bei einem Felsen niederging. Sie hörten einen jämmerlichen Schrei und sehen, daß ein Adler den Zwerg gepackt hatte. Mitleidig liefen die Kinder hinzu. Sie zerrten und zogen so lange, bis der Adler schließlich seine Beute Iosiieß. Kaum aber war der Zwerg frei, schrie er zornig: Konntet ihr nicht vorsichtiger mit mir umgehen?Ihr habt mir mein Röckchen zerrissen! Unbeholfenes Gesindel!" Dann nahm er einen Sack mit Edelsteinen und verschwand unter einem Felsen. Die Mädchen aber waren seinen Undank schon gewöhnt und setzten ihren Weg fort. . Als sie auf dem Heimweg wieder über die Heide kamen, überraschten sie den Zwerg, ais er einen Sack mit Edelsteinen ausschüttete. Die Steine schimmerten so prächtig in der Abendsonne, dass die Kinder stehenblieben und sie staunend betrachteten. Was steht ihr da und haltet Maulaffen feil? schrie der Zwerg, und sein aschgraues Gesicht wurde ganz rot vor Zorn. Da ließ sich plötzlich ein lautes Brummen hören, und ein wilder Bär kam aus dem Walde angetrabt. Er gab dem boshaften Zwerg einen Schlag mit der Tatze, und dieser regte sich nicht mehr. Schneeweißchen und Rosenrot woll ten davonlaufen. Da hörten sie den Bären ihre Namen rufen und erkannten seine Stimme. Und plötzlich fiel die Bärenhaut des Bären ab, und ein junger Mann stand da. Ich bin ein Königssohn und war von dem Zwerg verzaubert. Nun bin ich durch seinen Tod erlöst , sagte er. Bald darauf wurde Schneeweißchen mit dem Königssohn vermählt und Rosenrot mit seinem Bruder. Die alte Mutter zog zu ihren Kindern. Dort standen die beiden Rosenbäumchen vor ihrem Fenster und trugen jedes Jahr die schönsten Rosen, weiß und rot.

View Details

Als ich eines morgens die Augen aufmachte, regnete es draußen. 어느날 아침,눈을떴을때 밖에선 비가 내렸다 “Steh auf! Es regnet.“ Ich weckte meine kleine Schwester und nahm sie mit nach draußen. “일어나! 비가와” 나는 여동생을 깨워서 함께 밖으로 데리고 갔다 Lange,wirklich lange schauten wir in den Regenhimmel. 오래,정말 오래 우리는 비내리는 하늘을 바라 보았다 Wir ahnten, dass heute etwas ganz Besonderes passieren würde. 우리는 오늘 뭔가 완전 특별한 일이 벌어질거라고 예감했다 “Nanu,was ist das?“ „나누 이게 뭐야?“ Eine kleine Wolke hatte sich in den Ästen eines Baumes verfangen. 작은 구름이 나무가지들 사이에 감겨있었다. Die kleine Wolke war ganz,ganz leicht. 그 작은 구름은 아주아주 가벼웠다 Vorsichtig sammelten wir sie auf und trugen sie zu Mama. 우리는 조심스레 모아 엄마에게 가지고 갔다 1. Mama legte die Wolke in eine große Schüssel,... 엄마는 그 구름을 큰 그릇에 넣었다 2. ...goss warme Milch und Wasser hinein und... 따뜻한 우유와 물을 붓고 3. ...gab Hefe, Salz und Zucker dazu. 이스트,소금 그리고 설탕을 추가하고 4. Dann knetete sie den Teig... 그다음은 반죽을 치댔다. 5. ...und formte ihn zu runden Brötchen. 그리고 반죽을 동그란 빵모양으로 냈다 6. “In zwanzig Minuten können wir leckere Brötchen frühstücken.“ 20분후 우리는 맛있는 빵으로 아침식사를 할수 있다

Genau in dem Moment stürzt Papa herein. 딱그때 아빠가 서둘러 성큼성큼 오셨다. “Du meine Güte! Ich bin viel zu spät drean!“ “어쩜좋아 , 나 엄청 늦었어” Papa konnte nicht warten, bis die Brötchen fertig waren. 아빠는 빵이 다 될때까지 기다릴수가 없었다. Eilig griff er nach Schirm und Tasche und rannte los zum Büro. 그는 서둘러 우산과 가방을 잡고 회사로 뛰어갔다 Kurze Zeit später breitete sich ein köstlicher Duft in der ganzen Küche aus. 얼마안되 맛있는 냄새가 부엌 전체에 가득 퍼져갔다. Mama öffnete vorsichtig den Ofen. 엄마는 조심스레 오븐을 열었다 Die leckeren Wolkenbrötchen... 맛있는 구름빵 ...stiegen langsam in die Luft. 천천히 공기로 올라갔다 Wir aßen die Wolkenbrötchen und dann schwebten auch wir. 우리는 구름빵을 먹었고, 그다음에 우리도 둥둥 떴다 “Papa hat bestimmt riesigen Hunger“,sagte meine kleine Schwester. “아빠는 분명 엄청 배고프실거야” 여동생이 말했다 “Komm, wir bringen ihm etwas zu essen.“ “가자, 우리가 아빠에게 뭔가 먹을거를 갖다주자” Ich steckte eine Wolkenbrötchen in eine Tüte,machte das Fenster auf undschwebte mit meiner kleinen Schwester hoch in den Himmel. 나는 구름빵 한개를 봉지에 넣고 창문을 열었다. 그리고 여동생과 함께 하늘 높이 둥둥 떴다 “Wo Papa nur steckt? Ob er schon im Büro ist?“ “아빠는 어디계시지? 벌써 회사에 계시나?“ “Nein,das kann nicht sein. Guck dir doch nur den Stau an.“ “아니, 그럴리가 없어. 저기 차막히는거 봐봐” “Da ist Papa!“,rief meine kleine Schwester. “아빠다!“여동생이 소리쳤다 Auf der Straße,wo sich Auto an Auto reihte, entdeckten wir Papa. 차들이 줄지어있는 길 위에서, 우리는 아빠를 발견했다. Er stand eingequetscht in einem überfüllten Bus. 아빠는 만원버스 속에 꽉 끼어 서계셨다. “Papa!“ „아빠!' “Was macht ihr denn hier?“ „너희들 여기서 뭐하니?“ Papa kostete von dem Wolkenbrötchen. 아빠는 구름빵 맛을 보았다 Dann begann auch er zu schweben. 그후 아빠도 날기 시작했다. Immer höher stieg er in die Luft... 점점 높이 공기중으로... ...und kam in null komma nichts im Büro an. ...눈 깜짝할사이 사무실로 들어왔다. “Puh,geschafft!“ 휴 안늦고 잘 도착했다! Wir flogen weiter, zwischen hohen Häusern hindurch, haarschaft an Stromkabeln vorbei... 우리는 높은건물들과 틈없이 많은 저선들을 지나 계속 날았다. ...und landeten federleicht auf unserem Haus. … 그리고 살포시 우리집에 착륙했다 Als es aufhörte zu regnen, tauchten immer mehr weiße Wölkchen auf. 비가 그쳤을때 하늘에 계속 많은 흰구름이 나타났다. “Du ich habe Hunger“ , sagte meine kleine Schwester. “|오빠, 나 배고파.“ 여동생이 말했다 “Das kommt von vielen Fliegen. 우리가 많이 날아서 그래 Wollen wir noch so ein Brötchen essen?“ 우리 빵하나 더 먹을까? Gemeinsam schauten wir in den Himmel und ließen uns das Wolkenbrötchen schmecken. 우리는 함께 하늘을 봤다. 그리고 구름빵 맛을 봤다.

View Details

König Drosselbart

Ein König hatte eine Tochter, die war sehr schön, aber stolz und hochmütig. Eines Tages gab der König ein Fest und lud dazu alle heiratslustigen Männer ein. Unter ihnen sollte sich die Prinzessin einen Bräutigam auswählen. Doch sie hatte an jedem etwas auszusetzen. Und einen Freier, einen König, verspottete sie besonders, denn er hatte ein krumm gewachsenes Kinn. Ei , sprach die Prinzessin, der hat ein Kinn wie ein Drossel schnabel ! Seit der Zeit trug er den Namen Drosselbart. Der König aber war sehr erzürnt über den Hochmut seiner Tochter und schwor: Ich gebe dich dem ersten besten Bettler zum Mann, der zum Schloß kommt. Einige Zeit darauf sang ein Spielmann unter einem Schloßfenster, und der König ließ ihn so gleich mit der Prinzessin trauen. Danach ging der Bettler mit der Königstochter davon. Als sie durch einen großen Wald kamen, fragte sie: Wem gehört der Wald ? Der gehört dem König Drosselbart. Hättest du ihn genommen, wär er dein! Da sagte sie: Ich arme Jungfer zart, ach, hätt ich genommen den Drosselbart! Schließlich kamen sie zu einem kleinen, schäbigen Haus. Das ist unser Haus , sagte der Bettler. Mach gleich Feuer und koch mir mein Essen! Doch die Königstochter verstand nichts vom Kochen, und der Mann mußte ihr helfen. Von nun an hatte sie ein schreckliches Leben. Sie mußte hart arbei ten, und ihre zarten Hände wurden wund und blutig. Du taugst zu keiner Arbeit , schimpfte der Mann. Ich fange einen Topfhandel an, und du sollst die Ware auf dem Markt verkaufen. Die Leute kauften der schönen Frau gern Töpfe und Krüge ab. Doch dann ga loppierte ein betrunkener Husar mitten in das Geschirr. Alles zerbrach in tausend Stücke. Da fürchtete sich die Königstochter vor dem Zorn ihres Mannes und wagte es lange nicht, nach Hause zu gehen. Als sie aber schließlich doch heimkam, war ihr Mann auf und davon. Jetzt lebte die Königstochter einsam und arrnselig in dem Häuschen. Und mit jedem Tag nahm ihr Elend zu. Da wurde sie eines Tages von einem Mann zu einer Hochzeitsfeier eingeladen. Sie glaubte, er hätte Mitleid mit ihr, und willigte gern ein. Um sich von der Hochzeit noch allerlei Vorrat mit nach Hause zu bringen, nahm sie einen Topf und eine große lederne Tasche mit. Dann warf sie sich ihren dünnen Mantel über und ließ sich von dem Mann zu der Feier führen. Auf der Hochzeit waren prächtige Speisen angerichtet. Es war an nichts gespart worden. Nun füllte die arme Königstochter ihren Topf mit Suppe und ihre Tasche mit Brot und Resten aus der Küche. Sie wollte ge rade fortgehen, da verlangte einer der Gäste, daß sie mit ihm tanze. Sie sträubte sich, aber es half ihr nichts. Sie mußte mit dem Gast tanzen. Der Topf, den sie unter dem Mantel verborgen hatte, fiel zu Boden, und die Suppe ergoß sich aus den Scher ben. Gleich darauf fielen auch das Brot und die Reste aus der Tasche. Alle Gäste lachten und verspotteten sie. Die Königstochter wäre vor Scham am liebsten im Erdboden versunken. Schnell sprang sie Zur Tür und lief davon. Auf der Treppe holte sie der Mann ein, der sie zu der Feier eingeladen hatte, und führte sie in den Saal zurück. Er merkte, daß sie ihn genau betrachtete, aber er kümmerte sich nicht darum. Je länger die Königstochter ihn ansah, desto sicherer wurde sie, daß kein anderer als König Drosselbart vor ihr stand. Und so war es auch wirklich. Da sagte der Mann auch schon: Ja, ichbin der von dir verspottete Drosselbart. Der Bettler und ich sind ein und derselbe. Ich bin auch der Husar gewesen, der dir auf dem Markt das Geschirr entzwelgeritten hat. Doch das alles habe ich nur getan, um dich zu bessern. Ich wollte dir deinen Hochmut austreiben und dich für deinen Spott strafen. Jetzt aber soll unsere Hoch zeit in aller Pracht gefeiert werden. Der Vater der Königstochter und der ganze Hofstaat wurden zu der Feier eingeladen. Sie selbst bekam schöne Kleider und wurde herausgeputzt, wie es sich für die Vermählung mit einem König gebührt.

View Details

Hans im Glück

Hans hatte sieben Jahre bei seinem Herrn gedient und sagte zu ihm: Herr, meine Zeit ist um. Ich möchte gern heim zu meiner Mutter. Gebt mir meinen Lohn! Der Herr antwortete: Du hast treu und ehrlich gearbeitet. Wie dein Dienst war, so soll auch dein Lohn sein. Und er gab Hans einen Klumpen Gold, so groß wie dessen Kopf. Hans aber nahm ein Tuch, wickelte das Gold hinein, hob es auf seine Schulter und machte sich auf den Weg nach Hause. Als er so dahinging, kam ihm auf einmal ein Reiter frisch und fröhlich entgegengetrabt. Ach , seufzte Hans ganz laut, wie ist das Reiten schön! Da sitzt man wie auf einem Stuhl, stößt sich an keinem Stein, spart die Schuhe und kommt doch schnell voran! Der Reiter hatte gehört, was Hans sagte. Er hielt an und Ei, Hans, warum läufst du denn zu Fuß? Ich muß ja wohl , antwortete Hans, ich habe einen Klumpen Gold heimzutragen. Der liegt mir schwer auf der Schulter, und den Kopf kann ich deshalb auch nicht gerade halten! Weißt du was, wir wollen tauschen schlug der Reiter vor. Ich gebe dir mein Pferd, und du gibst mir dein Gold. Von Herzen gern , sagte Hans. Doch ich warne Euch: Mit dem Gold müßt lhr Euch ziemlich abs schleppen! Der Reiter stieg ab, nahm das Gold und half Hans auf das Pferd. Er gab ihm die Zügel in die Hand und sprach: Wenn du schnell reiten willst, musst du mit der Zunge schnalzen und ,hopp, hopp rufen. Hans war glücklich auf seinem Pferd. Fröhlich und unbekümmert ritt er dahin. Nach einiger Zeit bekam er Lust, schneller zu reiten. Darum schnalzte er mit der Zunge und rief hopp, hopp . Sogleich setzte sich das Pferd in Galopp. Und ehe Hans sich versah, warf das Pferd ihn ab, und er landete recht unsanft auf dem Feldweg. Und wäre nicht gerade ein Bauer dahergekommen und hätte das Pferd gehalten, so wäre es sogar noch davongelaufen. Das Reiten ist ein schlechter Spaß , sagte Hans. Da lobe ich mir Eure Kuh! Hinter der kann man gemächlich hergehen, und obendrein hat man jeden Tag Milch, Butter und Käse. Ach, wenn ich nur so eine Kuh besäße . Ich will sie dir für das Pferd überlassen , sagte der Bauer. Hans willigte ein, und der Bauer schwang sich aufs Pferd und ritt eiligst davon. Hans aber trieb seine Kuh vor sich her. Gegen Mittag wurde es heiß, und Hans dachte: Ich will meine Kuh melken und mich an der Milch laben. Er band die Kuh an einen Baum, nahm sich einen Eimer und begann die Kuh zu melken. Doch er stellte sich so ungeschickt an, dass ihm die Kuh einen Schlag mit dem Hinterhuf versetzte. Besinnungslos lag Hans am Boden. Ein Metzger kam des Weges und trieb ein Schwein vor sich her. Er sagte zu Hans: ,,Diese Kuh gibt keine Milch mehr. Sie taugt nur noch zum Ziehen oder Schlachten. Wenn du willst, Hans, tausche ich dir mein Schwein gegen deine Kuh ein. Hans bedankte sich und zog nun mit dem Schwein weiter. Bald darauf traf er einen jungen Mann, der eine schöne weiße Gans unter dem Arm trug. Hans erzählte ihm von seinem Glück und wie vorteilhaft er getauscht hatte. Heb einmal meine Gans, wie schwer sie ist! Wer die als Braten isst, wird ein Festmahl haben! prahlte der junge Mann. Dann flüsterte er Hans zu: Sieh dich vor! In dem Dorf, durch das du nun kommst, ist dem Bürgermeister ein Schwein gestohlen worden. Ich fürchte, du führst es da am Seil. Es kann schlimm für dich ausgehen, wenn sie dich enNischenl Hans wurde angst und bang. Kannst du mir nicht helfen? jammerte er. Du kennst dich in dieser Gegend besser aus. Hier, nimm mein Schwein und gib mirdafür deine Gans! Nun gut, ich will nicht schuld sein an deinem Unglück! antwortete der junge Mann. Er trieb das Schwein schnell auf einen Seitenweg. Hans aber ging sorgenfrei, mit der Gans unter dem Arm, seiner Heimat zu. Das war ein guter Tausch , sprach er zu sich selbst. Erst habe ich den Gänsebraten, dann das Gänseschmalz und schließlich noch die Federn für ein Kopfkissen. Da wird sich meine Mutter freuen! Als er durch das letzte Dorf kam, sah er einen Scherenschleifer, der sang: Ich schleife die Schere und drehe geschwind und hänge mein Mäntelchen nach dem Wind. Hans blieb stehen und sagte: Euch muss es gutgehen, weil Ihr so fröhlich seid." Ja, ein rechter Scherenschleifer verdient sein Geld! antwortete der Scheren schleifer. Doch wo hast du die schöne Gans gekauft?" Nun erzählte ihm Hans von seinen wunderbaren Tauschgeschäften. Du solltest Scherenschleifer werden , meinte der Scherenschleifer, dann hast du ausgesorgt. Dazu gehört nichts weiter als ein Wetzstein. Ich habe hier einen. Er ist zwar ein wenig schadhaft, aber du brauchst mir dafür auch nur die Gans zu geben. Hans war sofort einverstanden. Er reichte dem Scherenschleifer die Gans und nahm den Wetzstein. Nimm diesen Stein noch dazu, darauf kannst du alte Nägel gerade klopfen , sagte der Scherenschleifer und gab Hans einen ganz gewöhnlichen Stein. Frohgemut zog Hans weiter. Bald drückten ihm die Steine schwer auf die Schulter. Am nächsten Brunnen machte Hans darum Rast und legte die Steine am Brunnenrand ab. Doch beim Trinken stieß er daran, und - plumps- fielen sie ins Wasser. Welch ein Glück! rief Hans. Frei und unbeschwert sprang er seines Weges, bis er zum Haus seiner Mutter kam.

View Details

Die Bremer Stadtmusikanten

Ein Mann wollte seinen Esel töten, weil er alt und nutzlos war. Der Esel aber ahnte dies und machte sich auf den Weg nach Bremen. Dort wollte er Stadtmusikant wer den. Unterwegs traf er einen alten Jagd hund, der klagte: Mein Herr wollte mich töten, weil ich auf der Jagd nichts mehr tauge. Da habe ich Reißaus genommen. Der Esel sagte: Geh mit mir nach Bremen und werde Stadtmusikant. Der Hund war einverstanden und ging mit. Bald darauf gesellte sich zu ihnen eine Katze. Sie war alt und saß lieber hinter dem Ofen, als daß sie Mäuse fing. Darum hatte ihre Herrin sie ertränken wollen. Als die drei zu einem Bauernhof kamen, krähte dort ein Hahn aus Leibeskräften. Dein Schrei geht einem durch Mark und Bein , sprach der Esel, was ist los? Morgen kommen Gäste , antwortete der Hahn. Und nun hat die Hausfrau der K6Chin gesagt, daß Sie mich morgen in der Suppe essen will. Darum krähe ich, solange ich noch kann." Der Esel sagte: Geh mit uns nach Bremen, Rotkopf, und werde Stadtmusikant. Du hast eine gute Stimme. Dem Hahn gefiel der Vorschlag, und zu viert gingen sie weiter. Sie konnten aber Bremen nicht an einem Tag erreichen, sondern mußten in einem Wald übernachten. Der Esel und der Hund legten sich unter einen großen Baum, die Katze kletterte in seine Äste, und der Hahn flog bis in die Spitze. Von dort rief er: In der Nähe muß ein Haus sein! Ich sehe ein erleuchtetes Fenster! Also machten sie sich auf den Weg dorthin. Der Esel, als der größte, schaute durch das Fenster. lch sehe einen gedeckten Tisch. Räuber sitzen daran und lassen es sich gut gehen , erzählte der Esel. Das wäre etwas für Uns", meinte der Hahn. Nach langer Be ratung fanden die Tiere ein Mittel, um die Räuber zu verjagen: Der Esel stellte sich mit den Vorderfüßen auf das Fenster, der Hund sprang auf den Rücken des Esels, die Katze kletterte auf den Hund, und zu letzt flog der Hahn hinauf auf die Katze. Und auf ein Zeichen ließen sie ihre Musik ertönen: Der Esel schrie, der Hund bell te, die Katze miaute, und der Hahn krähte. Dann stürzten sie durch das Fenster in die Stube, daß die Scheiben nur so klirr ten. Die Räuber fuhren erschreckt in die Höhe und flohen voller Angst in den Wald hinaus. Die vier Gesellen aber setzten sich an den Tisch und nahmen mit dem vorv lieb, was die Räuber übriggelassen hatten. Sie aßen, als ob sie in den nächsten vier Wochen hungern sollten. Dann löschten sie das Licht, und jeder suchte sich eine bequeme Schlafstätte. Der Esel legte sich auf den Mist, der Hund hinter die Tür, die Katze auf den Herd an die noch warme Asche, und der Hahn setzte sich auf den Hahnenbalken. Als die Räuber von weitem sahen, daß kein Licht mehr im Haus brannte, befahl der Hauptmann einem von ihnen: Geh hin und untersuche das Haus! Der Räuber fand alles still. Er ging in die Küche, um eine Kerze anzuzünden. Und weil er die feurig schimmernden Augen der Katze für glühende Kohlen ansah, hielt er ein Streichholz daran, damit es Feuer fange. Doch die Katze verstand keinen Spaß: Sie sprang ihm ins Gesicht, spie und kratzte. Da erschrak der Räuber gewaltig. Schnell wollte er zur Hintertür hinaus. Doch der Hund, der dort lag, sprang auf und biß ihn ins Bein. Und als er über den Hof am Mist haufen vorbeirannte, gab ihm der Esel noch einen tüchtigen Tritt mit dem Hinterfuß. Der Hahn aber, der von all dem Lärm aus dem Schlaf aufgeschreckt und munter geworden war, krähte: Kikeriki! Da lief der Räuber, so schnell er konnte, zu seinem Hauptmann zurück und berichtete ihm: Oh, in dem Haus sitzt eine greuliche Hexe. Die hat mich angehaucht und mir mit ihren langen Fingernägeln das Gesicht zerkratzt. Vor der Tür steht ein Mann mit einem Messer, der hat mich ins Bein gestochen. Auf dem Hof liegt ein schwarzes Ungetüm, das hat mit einer Holzkeule auf mich Iosgeschlagen. Und oben auf dem Dach sitzt der Richter, der hat gerufen: ,Bringt mir den Schelm her! Da machte ich, daB ich fortkam. Von nun an wagten sich die Räuber nicht mehr in das Haus. Den vier Bremer Stadtmusikanten gefiel es aber so gut darin, daß sie nicht wieder heraus wollten.

View Details

Der Wolf und die 7 Geißlein Es war einmal eine alte Geiß‚die hatte sieben junge Geißlein. Sie Ileote Ihre Kinder über alles und hütete Sle sorgfältig vor dem Wolf. Eines Tages sagte sie zu den Geißlein: „Liebe Kinder, Ich muss ausgehen und Futter holen. Hütet euch vor dem Wolf! Er verstellt sich oft. Doch ihr könnt ihn leicht an seiner rauhen Stimme und an seinen schwarzen Füßen erkennen. Laßt ihn nicht ins Haus, sonst frißt er euch mit Haut und Haar.” Da sagten die Geißlein: ,,Geh nur unbesorgt. Wir lassen niemanden herein.” Also ging die Geiß beruhigt davon. Kaum aber war sie fort, kam der Wolf zum Geißenhaus Er klopfte an die Haustür und rief: Macht auf, liebe Kinder, eure Mutter ist da und hat euch schöne Sachen mitgebracht! Doch die Geißlein sagten: Nein, du bist nicht unsere Mutter! Die hat eine helle Stimme, deine Stimme aber ist rauh! Du bist der Wolf! Da ging der Wolf zu einem Kaufmann und kaufte sich ein großes Stück Kreide. Er fraß es, und nun war seine Stimme ganz hell. Wieder ging er zum Geißenhaus und klopfte an die Haustür. Macht auf, liebe Kinder , rief er mit heller Stimme. Eure Mutter ist da und hat jedem etwas mitge bracht! Der Wolf hatte aber seine schwar ze Pfote ins Fenster gelegt. Als die sieben Geißlein sie sahen, riefen sie: Nein, du bist nicht unsere Mutter. Du hast ja einen schwarzen Fuß! Du bist der böse Wolf! Wir machen dir nicht auf!" Sofort lief der Wolf zum Bäcker und ließ sich die Pfoten mit frischem Teig bestreichen. Dann eilte der Böse wicht zum Müller und sprach: Müller, streu mir Mehl auf meine Pfote! Wenn du es nicht tust, fresse ich dich! Da tat der Müller, was der Wolf von ihm verlangte. Nun iopfte der Bösewicht zum dritten Mal an die Tür des Geißenhauses und rief: Macht mir auf, liebe Kinder, ich bin eure Mutter und habe jedem von euch etwas mitgebracht! Die Stimme klang hell wie die der Mutter. Vorsichtig riefen die GeißIein: Zeig uns erst deine Pfote! Und als sie sahen, daläSsie schneeweiß war, öffneten sie die Haustür. Da stürzte der böse Wolf ins Geißenhaus! Ach, wie erschraken die sieben Geißlein! In wilder Flucht rannten sie davon und versteckten sich, so gut es ging. Das eineprang unter den Tisch, das zweite ins Bett, das dritte in den Ofen, das vierte in die Küche, das fünfte in den Schrank, das sechste schlüpfte in eine Waschschüssel und das siebte in den Kasten der Stand uhr. Aber der böse Wolf fand sie alle und verschlang sie. Nur das jüngste Geißlein im Uhrenkasten, das fand ef nicht. Vollge fressen legte er sich draußen unter einen Baum und schlief. Als die Geißenmutter' heimkam, erschrak sie sehr: Die Haustür stand sperrangel weit offen, und in der Stube herrschte ein gräßliches Durcheinander. Nacheinander rief sie nun ihre Kinder beim Namen. Und schließlich hörte sie die Stimme des jüngsten: Hier bin ich, Mutter, im Uhrenkasten! Die Geißenmutter holte das Geißlein heraus, und es erzählte ihr, was geschehen war. Da weinte die alte Geiß und lief hinaus ins Freie. ; Draußen auf der Wiese lag der Wolf und schlief. Die alte Geiß betrachtete ihn von allen Seiten und sah, daß sich in seinem dicken Bauch etwas regte. Lauf rasch nach Hause , sagte sie zu dem jüngsten Geißlein. Hol Schere, Nadel und Zwirn. Welleicht können wir deine Geschwister retten. Als das Geißlein zurückkam, griff die alte Geiß beherzt zur Schere und schnitt dem Bösewicht geschwind den Bauch auf. Da sprangen alle sechs Geißlein nacheinander unversehrt heraus. War das eine Freude! Jetzt lauft und holt große Steine. Damit wollen wir dem Wolf den BaUch füllen, solange er noch schläft. Schnell schleppten die Geißlein Steine herbei und steckten sie in den Bauch des Wolfes. Dann nähte die Alte ihn in aller EiIe wieder zu und versteckte sich mit ihren Kindern in der Nähe hinter einer Hecke. Als der Wolf ausgeschlafen hatte, verspürte er großen Durst. Schwerfällig erhob er sich und ging zum Brunnen. Dabei stießen die Steine in seinem Bauch aneinander. Verwundert rief er: Was rumpelt und pumpelt in meinem Bauch herum? Ich meinte, es wären sechs Geißlein, so sind s lauter Wackerstein ! Sobald sich der Wolf aber über den Brun nen beugte, um zu trinken, zogen ihn die schweren Steine kopfüber hinein, und er ertrank jämmeriich. Als die sieben GeiBIein das sahen, da kamen sie herbeigelaufen, riefen laut: Der Wolf ist tot! Der Wolf ist tot! , und tanzten mit ihrer Mutter vor Freude um den Brun nen herum.

View Details

Rotkäppchen

Es war einmal ein kleines, süßes Mädchen. Jeder, der es nur ansah, hatte es lieb. Am allerliebsten aber hatte es seine Großmutter. Einmal schenkte sie dem Kind ein wun derschönes Käppchen aus rotem Samt. Das stand ihm so gut, daß es nichts anderes mehr tragen wollte. Daher nannten es alle von nun an nur noch Rotkäppchen. Eines Tages sagte die Mutter: Komm, Rot käppchen, ich habe dir eine Flasche Wein und ein Stück Kuchen in den Korb gepackt. Bring alles zur Großmutter. Sie ist krank und schwach und soll sich damit stärken. Geh aber, bevor es heiß wird. Und vor allem, geh nicht vom Weg ab. Denn, wenn du fällst, zerbricht die Flasche, und die Großmutter hat nichts. Und denk daran, Rotkäppchen: Sieh die Großmutter an, wenn du sie begrüßt. Rotkäppchen versprach: Ich werde schon alles richtig machen , und ging fröhlich da von. Die GroBmutter aber wohnte drauBen im Wald, eine halbe Stunde vom Dorf entfernt. Als nun Rotkäppchen in den Wald kam, begegnete ihm der Wolf. Guten Tag, Rotkäppchen , sagte er ganz freundlich. Wohin willst du so früh? Rotkäppchen wußte nicht, wasfür ein böses Tier der Wolf war, und fürchtete sich nicht vor ihm. Unbekümmert antwortete es: Ich gehe zur Großmutter und bringe ihr Kuchen und Wein. Die Großmutter ist krank, das soll sie stärken." Wo wohnt denn deine Großmutter? fragte der Wolf. Von hier ist es noch eine gute Viertelstunde , antwortete Rotkäppchen arglos. Ihr Haus steht unter den drei großen Eichen mitten im Wald. 80, so , meinte der Wolf freundlich. Bei sich aber dachte er: Das junge Ding wäre ein feiner Bissen. Es würde mir besser schmecken als die Alte. Wie stelle ich es nur an, daß ich beide erwische? Eine Weile trottete er still neben Rotkäpp chen einher. Dann sagte er auf einmal listig: Sieh doch nur die schönen Blumen, Rotkäppchen! Guck dich einmal um! Und hör, wie lieblich die Vögel singen! Du läufst ja, als ob du zur Schule gingest! Rotkäppchen sah sich um. Es bemerkte die Sonnenstrahlen, die durch die Bäume funkelten. Und was für schöne Blumen es hier gab! Die Großmutter würde sich bestimmt über einen bunten Strauß freuen. Es war ja noch früh am Tag. Rotkäppchen ging vom Weg ab und suchte Blumen. Und dabei geriet es immer tiefer in den Wald hinein. Währenddessen lief der Wolf zum Haus der Großmutter. Er klopfte an die Tür und rief mit verstellter Stimme: lch bin s, Rot käppchen! Ich bringe dir Kuchen und Wein! Drück nur auf die Klinke! antwortete die Großmutter. Da drückte der Wolf die Klinke hinunter, stürzte in die Stube und verschlang die Großmutter. Dann zog er ihre Kleider an, setzte ihre Nachthaube auf und legte sich ins Bett. Rotkäppchen hatte inzwischen einen dicken Blumenstrauß gepflückt. Plötzlich fiel ihm die Großmutter wieder ein, und es eilte auf dem schnellsten Wege zu ihr. Rotkäppchen wunderte sich, daß die Tür sperrangelweit offen stand. Und als es eintrat, war ihm ganz beklommen zumute. Es ging langsam zum Bett, und da lag die Großmutter und sah so seltsam aus. Rotkäppchen fragte: Ei, Großmutter, was hast du für große Ohren?" Dass ich dich besser hören kann , antwortete der Wolf. Ei, Großmutter, was hast du für große Augen ? staunte Rotkäppchen. Daß ich dich besser sehen kann. Ei, Großmutter , fragte es dann, was hast du für große Hände? Dass ich dich besser packen kann." - Aber Großmutter, was hast du für einen entsetzlich großen Mund? Daß ich dich besser fressen kann! Und mit einem Satz sprang der Wolf aus dem Bett und verschlang Rotkäppchen. Dann legte er sich wieder ins Bett, schlief ein und schnarchte, daß die Wände zitterten. Als der Jäger am Haus der Großmutter vorbeikam, wunderte er sich, wie laut die alte Frau schnarchte. Er trat ins Haus und entdeckte den Wolf. Und weil er meinte, die Großmutter sei viel leicht noch zu retten, erschoß er ihn nicht. Er schnitt dem Bösewicht vielmehr mit der Schere den Bauch auf. Nach ein paar Schnitten sprang Rotkäppchen heraus. Und dann kam die alte Großmutter hervor und war auch noch lebendig. Schnell füllten sie den Leib des Wolfes mit Steinen und nähten ihn wieder zu. Als der Wolf aufwachte und fortspringen wollte, fiel er tot zur Erde. Nun waren die Großmutter, Rotkäppchen und der Jäger sehr vergnügt. Die Großmutter aß den Kuchen und trank den Wein und erholte sich zusehends. Rotkäppchen aber nahm sich vor: Ich will mein Lebtag nicht wieder vom Weg abgehen, wenn es die Mutter verboten hat!

View Details

Die Gänsemagd

Es lebte einmal eine alte Königin. Ihr Ge mahl war schon lange tot, und ihre Tochter war einem Königssohn versprochen. Als die Hochzeit nahte und die Tochter abreisen sollte, packte ihr die Mutter einen wertvollen Brautschatz zusammen. Sie gab ihr auch eine Kammerjungfer mit, und für die Reise bekam jede ein Pferd. Das der Königstochter hieß Falada und konnte sprechen. Liebes Kind , sagte die Mutter, hier hast du noch ein Läppchen. lch ha be drei Tropfen Blut aus meinem Finger darauf fallen lassen. Verwahre es gut, es wird dir unterwegs nützlich sein. Die Königstochter steckte das Läppchen ein und machte sich mit der Kammer jungfer auf die Reise. Als sie unterwegs Durst bekam, rief sie ihrer Kammerjungfer zu: Steig ab und schöpfe mir mit meinem Becher Wasser aus dem Bach. Ich möchte etwas trinken! Doch diese entgegnete: Steigt selber ab! Legt Euch ans Wasser und trinkt! Ich will nicht mehr Eure Magd sein! Während die Königstochter aus dem Bach trank, hörte sie die drei Blutstropfen sa gen: Wenn das deine Mutter wüßte! Das Herz würde ihr im Leibe zerspringen! Aber die Königstochter sagte nichts. Sie stieg wieder auf ihr Pferd und ritt mit der Kammerjungfer weiter. Bald darauf war sie wieder durstig. Da sagte die Kammerjungfer noch hochmütiger: Wenn Ihr trinken wollt, steigt ab. Ich will nicht mehr Eure Magd sein! Wieder stieg die Königstochter vom Pferd und beugte sich über einen Bach. Dabei fiel das Läppchen mit den Blutstropfen ins Wasser und schwamm davon. Als die Kammerjungfer das sah, freute sie sich. Denn nun hatte sie Macht über die Königstochter. Sie zwang sie, mit ihr die Kleider und das Pferd zu tauschen, und ließ sie schwören, niemandem am Königshof da von zu erzählen. Falada aber merkte sich alles gut. Auf dem Königsschloß wurde die vermeintliche Braut von dem Prinzen mit großer Freude empfangen. Gebt meiner Magd etwas zu arbeiten , bat sie sogleich und deutete auf die Königstochter. Sie kann mit Kürdchen die Gänse hüten , sagte der König. Die falsche Braut aber befürchtete, Falada könnte verraten, was sie der Königstochter angetan hatte. Darum bat sie eines Tages den Prinzen: ,,LaBt diesem Pferd den Kopf abschlagen. Es hat mich unterwegs geärgert. Die rechte Königstochter hörte davon. Sie versprach dem Schinder viel Geld, wenn er Faladas Kopf unter das Tor nageln wür de, durch das sie täglich mit den Gänsen mußte. Da tat er ihr den Gefallen. Am nächsten Morgen trieb die Königs tochter mit Kürdchen die Gänse durch das Tor und sprach: O du mein Falada, da du hangest! Und der Köpf antwortete: O du Jungfer Königin, da du gangest. Wenn das deine Mutter wüßte, das Herz tät ihr zersprinngen!. Still und traurig ging die Königstochter weiter. Auf der Wiese kämmte sie ihre Haare. Und als Kürdchen ihr eins ausreißen wollte, bat sie den Wind, Kürdchens Hut davonzuwehen. Kürdchen mußte ihm nachlaufen, und sie konnte sich in Ruhe kämmen. Am nächsten Tag sprach sie wieder mit Faladas Kopf. Sie trieb auch wieder das Spiel mit Kürdchens Hut. Da sagte der Hütejunge zornig zum König Mit dem Mädchen will ich nicht mehr Gänse hüten! Es ärgert mich! Und er erzählte dem Kö nig alles. Der König aber befahl ihm, auch am nächsten Tag mit dem Mädchen die Gänse zu hüten. Diesmal belauschte er die Gänsemagd am Tor und auf der Wiese. Er stellte sie zur Rede, und durch eine List erfuhr er ihre Geschichte. Nun wurde alles gut. Der König gab ein großes Fest. Dabei mußte die falsche Braut zur einen und die rechte Braut zur anderen Seite des Prinzen sitzen. Die Kammerjung fer aber war wie geblendet und erkannte die schön gekleidete Königstochter nicht. Da sprach der König: Ich gebe dir ein Rätsel auf: Was ist eine wert, die ihren Herrn betrogen hat? und erzählte ihr die ganze Geschichte. 80 eine hat den Tod ver dient , sagte die Kammerjungfer. Damit hatte sie ihr eigenes Urteil gespro chen. Und als es vollstreckt war, vermählte sich der Prinz mit der rechten Braut und lebte lange und glücklich mit ihr zusammen.

View Details

Schneewittchen und die 7 Zwerge

Es war einmal eine Königin. die bekam ein Töchterlein. Es hatte eine Haut so weiß wie Schnee, Lippen so rot wie Blut und Haare so schwarz wie Ebenholz. Darum wurde es Schneewittchen genannt. Aber die Königin starb, und nach einem Jahr nahm sich der König eine andere Gemahlin. Sie war sehr schön, aber stolz und hochmütig und konnte es nicht ertragen, daß jemand schöner sein sollte als sie. Sie besaß einen wunderbaren Spiegel, den befragte sie jeden Tag: Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Schönste im ganzen Land? Und immer antwortete der Spiegel: Ihr, Frau Königin, seid die Schönste im Land. Schneewittchen wuchs heran und wurde wunderschön. Eines Tages erwiderte der Spiegel der Königin: Frau Königin, Ihr seid die Schönste hier, aber Schneewittchen ist tausendmal schöner als Ihr." Da befahl die Königin einem Jäger, Schnee. wittchen zu töten. Doch er hatte Mitleid und ließ das Mädchen laufen. Lange Zeit irrte es im Wald umher. Schließlich kam es an ein kleines Haus und ging hinein, um sich auszuruhen. in der Stube stand ein gedeck tes Tischlein, und weil Schneewittchen hungrig war, aß es von jedem der sieben Tellerlein ein wenig und trank aus jedem Becherlein einen Schluck, denn es wollte nicht einem alles wegnehmen. Danach legte es sich müde in eines der sieben Bettchen und schlief alsbald ein. Am Abend kamen die Herren des Häuschens, die sieben Zwerge, von ihrer Arbeit zurück und entdeckten das schlafende Schneewittchen. Als sie seine Geschichte erfuhren, durfte es bei ihnen bleiben, Die Königin aber, die Schneewittchen tot glaubte, befragte wieder ihren Spiegel. Er antwortete: Frau Königin, Ihr seid die Schönste hier, aber Schneewittchen über den Bergen, bei den sieben Zwergen, ist noch tausendmal schöner als Ihr. Da wußte sie, dass der Jäger sie betrogen hatte. Als Krämerin verkleidet begab sie sich zum Zwergenhaus und verkaufte Schneewittchen einen wunderschönen Schnürriemen. Damit schnürte sie ihm das Mieder so fest, dass Schneewittchen nicht mehr atmen konnte und wie tot umfiel. Wie erschraken die Zwerge, als sie heimkamen! Rasch schnitten sie den Riemen entzwei, und Schneewittchen kam bald daraufwieder zu sich und erzählte, was vorge fallen war, Durch ihren Spiegel erfuhr die Königin, daß Schneewittchen immer noch am Leben war. Da begab sie sich in anderer Verklei dung mit einem giftigen Kamm zum Haus der Zwerge. Schneewittchen gefiel der Kamm so gut, daB es ihn kaufte und ihn sich ins Haar stecken ließ. Sogleich fiel das Mädchen besinnungslos n hens Haar, und es kam wieder zu sich. Wiederum erfuhr die Königin von ihrem Spiegel, daß Schneewittchen noch lebte. Da bebte sie vor Zorn. Tag und Nacht sann sie darüber nach, wie sie es töten könnte. Schließlich vergiftete sie die Hälfte eines schönen Apfels und ging als Bauersfrau verkleidet zum Zwergenhaus. Schöne Äpfel zu verkaufen! rief sie. Aber Schneewittchen war mißtrauisch und wollte nichts von ihr kaufen. Da sagte die Alte: Nun, so will ich dir wenigstens einen Apfel schenken! und reichte Schneewittchen den vergifteten Apfell Er sah so verlockend aus, daß Schneewittchen alle Vorsicht vergaß und hineinbiß. Kaum aber hatte es den Bissen im Mund, fiel es auch schon tot zur Erde. Zu Hause befragte die Königin ihren Spiegel, und endlich antwortete er: Frau Köni gin, Ihr seid die Schönste im Land. Als die Zwerge heimkamen, sahen sie Schneewittchen tot am Boden liegen. Vergebens versuchten sie, es wieder lebendig zu machen. Schneewittchen war und blieb tot. Da legten sie es auf eine Bahre und beweinten es drei Tage lang. Dann wollten sie es begraben. Doch Schneewittchen sah noch so frisch aus wie ein lebendiger Mensch. Darum fertjgten die Zwerge einen gläsernen Sarg an und legten das Mädchen hinein. Eines Tages kam ein Königssohn durch den Wald ge ritten. Als er Schneewittchen in dem Sarg liegen sah, bat er die Zwerge: Schenkt es mir. Ich kann nicht mehr leben, ohne Schneewittchen zu sehen. Da hatten sie Mitleid mit ihm und schenkten ihm den Sarg mit Schneewittchen. Als aber die Diener den Sarg davontrugen, stolperte einer, und das giftige Apfelstück rutschte aus Schneewittchens Hals. Bald darauf schlug es die Augen auf und fragte: Wo bin ich? Du bist bei mir , sagte der Königssohn und erzählte alles, was sich zugetragen hatte. Schneewittchen war dem Königssohn gut und ging mit ihm auf sein Schloß. Dort wurde die Hochzeit mit aller Pracht gefeiert. Auch die böse Stiefmutter wurde dazu eingeladen. Als sie aber in den Saal trat und Schneewittchen erkannte, erschrak sie so sehr, daß sie tot umfiel.

View Details

Die Sterntaler

Es war einmal ein kleines Mädchen, das war ganz allein auf der Welt. Vater und Mutter waren gestorben. Und das Kind war so arm, daß es kein Kämmerchen mehr hatte, um darin zu wohnen. _ Es besaß auch kein Bettchen, in dem es schlafen konnte. Alles, was es noch hatte, waren die Kleider, die es auf dem Leibe trug. Es hatte auch nichts weiter zu essen, als ein Stückchen Brot, das ihm jemand aus Mitleid geschenkt hatte. Aber das Mädchen war gut und fromm. Und weil es so von aller Welt verlassen war, ging es im Vertrauen auf den lieben Gott von der Heimat fort. Es war noch nicht weit gekommen, da sah es am Wegrand einen armen alten Mann sitzen. Der sprach: Ach, liebes Kind, gib mir etwas zu essen. Ich bin so hungrig. Da reichte ihm das Mädchen, ohne zu zögern, sein ganzes Stück Brot, sagte: Gott segne dir s! und ging weiter. Als es eine Weile gegangen war und den Kirchturm seines Heimatdorfes nicht mehr sehen konnte, begegnete ihm ein kleines Kind. Es hatte nur ein kurzes Kleidchen an und bat jammernd: Kannst du mir wohl etwas schenken, damit ich meinen Kopf bedecken kann? Mich friert es so schrecklich. Das Mädchen hatte großes Mitleid mit dem Kind. Es zog sein Mützchen aus und gab es ihm. Es war noch nicht weit gegangen, da sah es am Waldrand wieder ein Kind. Es hatte nur ein Hemdchen an und zitterte vor Kälte. Jammernd sprach es: Ach, liebes Mädchen, mir ist so schrecklich kalt ohne ein Röcklein. Hast du kein Röcklein für mich? Das Mädchen besaß selbst nur das Hemdchen und das Röcklein, das es anhatte. Doch es zögerte nicht. Es zog sein Röcklein aus, gab es dem frierenden Kind und setzte seinen Weg fort. Inzwischen war es Abend geworden. In dem Wald, durch den das Kind nun ging, war es dunkel. Da kam ihm wieder ein Kind entgegen. Es fragte: Mir ist so kalt, hast du kein Hemdchen für mich? Das fromme Mädchen dachte bei sich: Es ist ja dunkle Nacht, und hier im Wald sieht mich bestimmt niemand. Da macht es nichts, wenn ich nackt daherlaufe. Es zog also sein Hemdchen aus und gab es dem Kind. Wie das Mädchen nun so dastand und nichts mehr anhatte, fielen auf einmal die Sterne vom Himmel und waren lauter harte, blanke Taler. Und obwohl es doch gerade sein Hemd chen verschenkt hatte, hatte es nun auf einmal wieder eins an. Das war aus einem ganz zarten Stoff und viel schöner als sein erstes. Es faßte mit den Händen sein Hemdchen und sammelte viele blanke Taler hinein. Nun war es reich und lebte hinfort ohne Sorgen.

View Details

Aschenputtel

Es war einmal ein reicher Mann, der leb te lange Zeit vergnügt mit seiner Frau. Sie hatten zusammen ein Töchterchen. Eines Tages wurde die Frau krank. Und als sie fühlte, daß sie sterben würde, rief sie ihre Tochter zu sich und sagte: Liebes Kind, ich muß dich verlassen. Doch wenn ich oben im Himmel bin, will ich auf dich herabsehen. Pflanz ein Bäumchen auf mein Grab. Und wenn du dir etwas wünschst, schüttle daran, und du wirst es bekommen. Auch wenn du sonst in Not bist, will ich dir Hilfe schicken. Bleib nur fromm und gut. Darauf starb sie. Das Kind aber weinte und pflanzte ein Bäumchen auf das Grab der Mutter. Als das Bäumchen zum zweiten Mal grünte, heiratete der Mann wieder. Diese Frau brachte zwei Töchter mit, die waren stolz und böse und machten dem Mädchen das Le ben schwer. Sie nahmen ihm die schönen Kleider weg und zogen ihm dafür einen alten geflickten Rock an. Der ist gut für dich , lachten sie es aus und führten es in die Küche. Dort mußte das arme Kind den ganzen Tag schwer arbeiten und wurde obendrein noch von den Stiefschwestern verspottet. Es durfte auch nicht mehr in seinem Bett schlafen, sondern mußte sich neben dem Herd in die Asche legen. Weil es deshalb immer schmutzig aussah, wurde es nur noch Aschenputtel genannt. Nach einiger Zeit gab der König einen Ball. Er sollte drei Tage dauern, und der Prinz sollte sich dabei eine Braut aussuchen. Auch die beiden Stiefschwestern waren dazu eingeladen. Aschenputtel , riefen sie, komm herauf, kämme uns die Haare, bürste uns die Schuhe und schnalle sie fest! Da mußte Aschenputtel sie herausputzen. so gut es konnte. Als sie fertig waren, fragten Am nächsten Morgen erzählten die Stier. schwestern Aschenputtel von dem Ball, um es neidisch zu machen. Und am Abend mußte Aschenputtel sie wieder heraus. putzen. Zum Lohn bekam es einen Sack Wicken, die sollte es bis zum nächsten Morgen auslesen. Wieder kamen die Tauben aus dem Garten und fragten: Aschenputtel, sollen wir dir helfen? Ja , erwiderte es, die guten ins Töpfchen, die schlechten ins Kröpfchen. Schnell waren die Wicken ausgelesen. Die Tauben sagten: Aschenputtel, wenn du auch zu dem Ball möchtest, |an zum Grab deiner Mutter! Schüttle tüchtig das Bäumchen und wünsch dir schöne Kleider!“ Da ging Aschenputtel zu dem Bäumchen, schüttelte es und sprach; Bäumchen, rüttel dich und schüttel dich, wirf schöne Kleider herab für mich! Schon lag ein prächtiges Kleid vor ihm. Aschenput tel zog es an und begab sich zum Schloß. Der Prinz verliebte sich auf der Stelle in das schöne Mädchen und tanzte nur noch mit ihm allein. Kurz vor Mitternacht verabschiedete sich Aschenputtel von ihm, brachte die Kleider zum Bäumchen zurück und legte sich zu Hause in die Asche. Als die Stiefschwestern heimkamen, sagten sie verdrießlich: Der Prinz hat fast die ganze Zeit nur mit einer fremden Prinzessin getanzt." Während die Schwestern am nächsten Abend zum Ball gingen, mußte Aschenputä tel Linsen auslesen. Wieder halfen ihm die Tauben dabei, und im Nu war die Arbeit getan. Dann ging Aschenputtel zum Bäum chen und sprach: Bäumchen, rüttel dich und schüttel dich, wirf schöne Kleider herab für mich! Die Tauben aber ermahnten es; Komm vor Mitternacht zurück. Aschen puttel versprach es. Im Schloß wurde es von dem Prinzen schon auf der Treppe empfangen und in den Saal geführt. Den ganzen Abend tanzte es aus gelassen mit ihm. Plötzlich aber hörte es die Glocke Mitternacht schlagen, und die Ermahnung der Tauben fiel ihm ein. Es lief hinaus, so schnell es konnte, und in der Eile verlor es auf der Treppe einen Schuh. Mit dem letzten Glockenschlag aber hatte es wieder seine alten Kleider an. Der Prinz war ihm nachgeeilt. Er fand den Schuh. Und bereits am nächsten Tag ließ er im ganzen Land bekanntgeben, daß dieje nige seine Gemahlin werden sollte, der die ser Schuh paßte. Er reiste im Königreich umher, doch allen war der Schuh zu klein. Schließlich kam er auch zum Haus von Aschenputtels Vater. Die zwei Schwestern freuten sich, denn sie hatten schöne, kleine Füße und glaubten,der Schuh werde ihnen passen. Zuerst probierte ihn die ältere Schwester an. Und weil die Ferse nicht hineinpasste, hieb sie mit dem Messer ein Stück davon ab und zwängte den Fuß in den Schuh. Als der Prinz mit seiner Braut am Tor vorbeikam, riefen die Tauben: Ruckedigu, Blut ist im Schuh! Der Schuh ist zu klein, die rechte Braut sitzt noch daheim! Da sah der Prinz das Blut aus dem Schuh quellen und brachte die falsche Braut nach Hause zurück. Nun hieb sich die zweite Schwester ein Stück von der Zehe ab, zwängte den Fuß in den Schuh und ritt mit dem Prinzen davon. Doch wieder warnten die Tauben. Jetzt blieb nur noch Aschenputtel. Und als es in dem Schuh schlüpfte, paßte er wie angegossen. Aufmerksam betrachtete der Prinz das Mäd chen und erkannte, daß dies seine schöne Tänzerin war. Das ist die rechte Braut!" rief er glücklich. Da erschraken die Stiefmutter und ihre beiden Töchter und wurden bleich vor Neid und Ärger. Der Prinz aber hob Aschenputtel auf sein Pferd und ritt mit ihm davon. Als sie am Tor vorbeikamen, saßen dort wieder die Tauben, und diesmal riefen sie: Ruckedigu, ruckedigu, kein Blut ist im Schuh! Der Schuh ist nicht zu klein, die rechte Braut, die führt er heim! Glücklich ritt der Prinz mit Aschenputtel zu seinem Schloß und stellte die Braut seinem Vater vor. Schon bald darauf wurde die Hochzeit in aller Pracht gefeiert.

View Details

Der gestiefelelte Kater

Ein Müller hatte drei Söhne, seine Mühle, einen Esel und einen Kater. Als er starb, be kam der älteste Sohn die Mühle, der zweite den Esel. Dem jüngsten aber blieb nur der Kater. Traurig sagte er zu sich: Was kann ich schon mit einem Kater anfangen? Ich kann mir höchstens ein Paar Pelzhand schuhe daraus machen lassen. Hör , sprach da der Kater, der alles verstanden hatte, töte mich nicht. Laß mir l lieber ein Paar Stiefel machen. Dann wird Fair bald geholfen sein. Der Müllerssohn wunderte sich, daß sein Kater sprechen konnte. Er ließ ihm also ein Paar Stiefel anfertigen. Erfreut zog der Kater sie an. Dann nahm er einen Sack und warf ein paar Handvoll Körner hinein. Er versah den Sack oben so mit einer Schnur, daß man ihn zuziehen konnte, und ging da von. Damals regierte in dem Land ein König, der aß für sein Leben gern Reb hühner. Der Kater wußte das und hatte sich eine List ausgedacht: Er legte den Sack mit Körnern offen hin, führte die Schnur durchs Gras bis zu einer Hecke und versteckte sich dort. Alsbald hüpften Rebhühner zu den Körnern in den Sack. Kaum waren genügend darin, zog der Kater die Schnur zu. Er schulterte den Sack und begab sich damit zum König. Er verbeugte sich und sprach: Mein Herr, der Graf, schickt Euch diese Rebhühner. Der König war außer sich vor Freude über die schönen, fetten Rebhühner. Er ließ dem Kater so viel Gold in den Sack füllen, wie dieser tragen konnte. Das bring deinem Herrn als Dank für sein Geschenk." Der Kater brachte das Gold dem Müllerssohn und Sprach: Da hast du etwas für die Stiefel! Und dann erzählte er ihm die ganze Geschichte. Von nun an brachte der Kater oft Reb hühner zum Schloß und wurde dafürjedesmal reichlich belohnt. Beim König war er so beliebt, daß er im Schloß ein und aus gehen konnte, wie es ihm gefiel. Eines Tages erfuhr er, daß der König und die Prinzessin am See spazierenfahren wollten. Da holte er geschwind seinen Herrn und lief mit ihm zum See. Entkleide dich und bade im See , bat er den Müllers sohn. Und dann versteckte er rasch desö sen Kleider. Als nun die Königskutsche dahergefahren kam, klagte der Kater: Allergnädigster König! Mein Herr, der Graf, hat hier im See gebadet. Da kam ein Dieb und stahl ihm seine Kleider. Nun ist der Herr Graf im Wasser und kann nicht heraus! Sofort ließ der König prächtige Kleider vom Schloß holen. Der Müllers. sohn zog sie an, und sie standen ihm großartig. Da lud ihn der KönigzurSpazierfahrt ein. Der Kater war inzwi schen vorausgelau fen. Er kam zu einer großen Wiese, auf der viele Leute Heu machten. Wem gehört die Wiese? fragte der Kater. Dem großen Zauberer , antworteten die Leute. Da befahl er ihnen: Wenn der König gleich vorbeifährt, so sagt: Die Wiese gehört dem Grafen! Tut ihr das nicht, so wird es euch schlecht ergehen! Dann eilte der Kater weiter. Er gelangte zu einem riesengroBen Kornfeld und einem prächtigen Wald. Den Leuten, die dort arbeiteten, befahl er das gleiche. Schließlich kam der Kater zum Schloß des Zauberers. Er verbeugte sich vor diesem und Sprach: Ich habe gehört, daß du dich In jedes Tier verwandeln kannst. Kannst du dich WOhl auch in ein so gewaltiges Tier wie einen Elefanten verwandeln? Das will ich meinen , sagte der Zauberer Und schon stand er als Elefant vor dem Kater. Unerhört! rief der. Du bist bestimmt der größte Zauberer der ganzen Welt. Aber ich wette, in ein so kleines Tier wie eine Maus kannst du dich nicht verwandeln. Auch das kann ich , prahlte der Zauberer, und schon sprang er als Maus herum. Wupp! fing der Kater die Maus und fraß sie genüßlich auf. |nzwischen kam die königliche Kutsche zu der großen Wiese. Wem gehört das Heu? fragte der König. Dem Grafen", antworteten die Leute, wie es der Kater befohlen hatte. Auch die Leute auf dem Kornfeld und im Wald taten das. Der Kater begrüßte die Gäste im Schloß des großen Zauberers: Herr König, willkommen im Schloß meines Herrn, des Grafen! Der König staunte über das prächtige Schloß. Der Graf aber führte die Prinzessin in den Saal hinauf, in dem Gold und Edelsteine glitzerten. Da wurde die Prinzessin dem Grafen versprochen. Und als der König starb, wurde der Müllerssohn König. Den gestiefelten Kater aber ernannte er zu seinem ersten Minister.

View Details

Rumpelstilzchen

Es war einmal ein armer Müller , der brüstete sich eines Tages vor dem König:“Ich habe eine Tochter,die kann Stroh zu Gold spinnen!“Der König meinte:“Das ist eine Kunst, die mir wohl gefällt. Bring mir deine Tochter morgen in mein Schloß. Da will ich sie auf die Probe stellen. Das Mädchen wurde zum König gebracht und sogleich in eine Kammer geführt, in der lauter gebündeltes Stroh lag. Der Kö nig gab dem Mädchen Spinnrad und Has bei und sprach: Wenn du dieses Stroh bis morgen nicht zu Gold gesponnen hast, so mußt du sterben. Dann verließ er die Müllerstochter und sperrte die Tür ab. Die Müllerstochter aber wußte sich keinen Rat. Noch nie in ihrem Leben hatte sie Stroh zu Gold gesponnen. Ganz verzweifelt begann sie zu weinen. Da öffnete sich plötzlich die Tür, und ein kleines Männlein trat in die Kammer. Guten Abend, junge Müllerin , grüßte es freundlich. Warum weinst du so? Ach , jammerte die Mülv lerstochter, ich soll Stroh zu Gold spinnen und kann es nicht. lch kann dir helfen , sagte das Männlein. Was gibst du mir, wenn ich dir s Spinne? Da gab ihm das Mädchen seine Halskette. Gleich setzte sich das Männleln ans Spinnrad, und schnurr, schnurr, schnurr dreimal gezogen, war die Spule voll. So verspann das Männleln alles Stroh zu Gold. Am nächsten Morgen in aller Frühe kam der König zu der Müllerstochter. Wie staunte und freute er sich über das viele Gold! Doch gleich wollte er mehr davon haben. Darum ließ er das Mädchen in der nächsten Nacht in eine noch größere Kammer mit noch mehr Stroh sperren. Spinne dieses Stroh über Nacht zu Gold! befahl er der Müllerstochter. Kaum war er gegangen, kam wieder das Männlein und bot seine Dienste an. Da zog das Mädchen seinen Ring vom Finger und gab ihn dem Männlein. Dieses setzte sich vor das Spinnrad, und schnurr, schnurr, schnurr dreimal gezogen, war die Spule voll. So machte es weiter, bis alles Stroh zu Gold gesponnen war. Doch der König war so goldgierig, daß er die Müllerstochter in der darauffolgenden Nacht in eine dritte Kammer sperren ließ. Die war noch größer als die beiden ersten. Und sie war ganz mit Stroh gefüllt. „Wenn du auch dieses Stroh in einer Nacht zu Gold spinnst, sollst du meine Gemahlin werden”, sagte der König. Kaum hatte er die Müllerstochter verlassen, öffnete sich wieder die Tür, und das Männlein trat ein. „Was gibst du mir, wenn ich dir wieder hel fe?“ fragte es. Aber das Mädchen hatte nichts mehr, was es dem Männlein für sei ne Dienste hätte geben können. Da verlangte das Männlein: „So versprich mir dein erstes Kind, das du als Königin zur Welt bringst!“ In ihrer Not willigte die Müllerstochter ein. Als der König am nächsten Morgen die Kammer voller Gold sah, hielt er sein Versprechen und nahm die Müllerstochter zur Gemahlin. Ein Jahr darauf brachte die junge Königin ein Kind zur Welt. Da wurde eines Tages die Tür zum Gemach der Königin geöffnet, und das Männlein trat ein. Nun gib mir, was du mir verspro chen hast! verlangte es. Die Königin erschrak sehr. Sie hatte gar nicht mehr an das Männlein gedacht. Sie bot ihm alle Reichtümer des Königreiches an, nur das Kind sollte es ihr lassen. Doch das Männlein sprach: Deine Schätze will ich nicht. Etwas Lebendiges ist mir lieber! Die Königin jammerte und bat lange vergebens. Aber schließlich sprach das MännIein: „Nun gut. Ich gebe dir drei Tage Zeit. Wenn du bis dahin meinen Namen weißt, darfst du dein Kind behalten.“ Die ganze Nacht über dachte die Königin nach und entsann sich aller Namen, die sie jemals gehört hatte. Am nächsten Tag kam das Männlein zur Königin. Und sie nannte ihm alle Namen, die sie kannte. Doch jedes Mal sprach das Männlein: „Nein, so heiße ich nicht!“ Schließlich ging das Männlein wieder. Die Königin aber hörte sich in der Nachbarschaft um und schickte auch einen Boten los. Der sollte sich erkundigen, was es weit und breit noch für Namen gäbe. Als das Männlein am zweiten Tag kam, nannte ihm die Königin die ungewöhnlichsten Namen. „Heißt du vielleicht Rippenbiest oder Ham melwade oder Schnürbein?“ Aberjedes Mal sagte das Männlein wieder: Nein, so heiße ich nicht! Da wurde die Königin sehrtraurig. Am dritten Tag kam der Bote zurück und er zählte ihr: „Neue Namen habe ich nicht ge funden. Aber tief im Wald sah ich ein kleines Haus. Vor dem Haus brannte ein Feuer. Und um das Feuer hüpfte ein wunderliches Männiein auf einem Bein und schrie dabei: Heute back ich, morgen brau ich, übermorgen hol ich der Königin ihr Kind. Ach, wie gut, daß niemand weiß, daß ich Rumpelstilzchen heiß´!´“ Als die Königin den Namen hörte, war sie außer sich vor Freude. Und sie konnte es kaum erwarten, bis das Männlein wieder zu ihr kam. Schließlich ging die Tür auf, und es trat in das königliche Gemach. Verschmitzt lächelnd stellte es sich vor die Königin und fragte: Na, Frau Königin, wie heiße ich? Da fragte die Königin erst: Heißt du wohl Kunz? Nein , sagte das Männlein. Heißt du etwa Heinz? Nein erwiderte das Männlein und rieb sich vergnügt die Hände. Heißt du vielleicht Rumpelstilzchen? Da schrie das Männlein: Das hat dir der Teufel gesagt! Das hat dir der Teufel gesagt! Und vor Wut und Zorn stampfte es mit dem rechten Fuß dabei ganz fest auf den Boden.DAnn lief es schimpfend davon und wurde seitdem niemals wieder gesehen.

View Details

Hänsel und Gretel

Es war einmal ein Holzhacker, der lebte mit seiner Frau und seinen beiden Kindern, Hänsel und Gretel, am Rande eines großen Waldes. Sie waren sehr arm und hatten oft nichts zu essen. Als die Not einmal sehr groß war, schlug die Frau eines Abends vor: Wir wollen die Kinder morgen tief in den Wald führen und sie dort zurücklassen. Schweren Herzens willigte der Holzhacker ein. Die Kinder aber hatten vor Hunger nicht schlafen können und alles mit angehört. Hänsel schlich hinaus und sammelte vor dem Haus Kieselsteine, die hell im Mondlicht glänzten. Als die Eltern Hänsel und Gretel am andern Tag in den Wald führten, ließ er heimlich ab und zu einen Stein fallen. Mitten im Wald ließen die Eltern die Kinder zurück. Wir gehen jetzt Holz hacken und holen euch am Abend wieder ab , versprachen sie. Doch die Eltern kamen nicht. Da warteten Hänsel und Gretel, bis der Mond schien und die glänzenden Steine ihnen den Weg nach Hause zeigten. Wie freuten sich die Eltern, dass sie ihre Kinder wieder hatten! Doch als die Not wieder einmal sehr groß war, wurden die Kinder nochmals in den Wald geführt. Diesmal hatte Hänsel keine Steine sammeln können, und darum zerbröselte er ein Stückchen Brot und ließ ab und zu einen Krumen fallen. Mit ihrer Hilfe wollten die Kinder den Heimweg finden. Doch bis zum Abend hatten die Vögel alle Krumen aufgepickt. Nun irrten Hänsel und Gretel im Wald umher Und kamen schließlich an ein Häuschen, das war ganz aus Brot und Kuchen. Endlich können wir uns satt essen! freute sich Hänsel. Hänsel brach für jeden ein Stück Lebkuchen ab. Da rief aus dem Haus eine feine Stimme: ,,Knusper, knusper, Knäuschen ,wer knuspert an meinem Häuschen?“ Die Kinder riefen: „ Der Wind, der Wind, das himmlische Kind !“ und aßen welter. Da ging plötzlich die Tür auf,und eine alte Frau kam heraus. Sie lockte die Kinder In Ihr Haus und zeigte sich sehr freundlich. Doch in Wirklichkeit war sie eine böse Hexe und wollte die Kinder auffressen. Gleich am nächsten Morgen sperrte sie Hänsel in einen kleinen Stall. Er bekam das beste Essen. Gretel aber mußte hart arbeiten. Jeden Morgen rief die Alte vor dem Stall: Hänsel, zeig mir dein Fingerchen, dass ich fühle, ob du bald richtig fett bist! Hänsel aber streckte ihr ein Knöchlein ent gegen. Und weil sie schlecht sah, merkte sie es nicht. Sie wun derte sich aber, daß er gar nicht fett werden wollte. Eines Morgens rief sie: Gretel, Hänsel mag fett oder mager sein. ich will ihn heute schlachten und kochen. Erst aber wollen wir backen. Der Backofen ist schon angeheizt. Kriech hinein und sieh nach, ob er die rechte Hitze ha Gretel aber ahnte, daß die Alte sie braten und fressen wollte. Darum sagte sie schlau: Ich weiß nicht, wie ich s machen soll. Zeig du es mir. Und als die Hexe schimpfend den Kopf in den Ofen steckte, gab Gretel ihr einen Stoß, daß sie hineinfiel. Dann warf sie die Ofentürzu und schob den Riegel vor. So mußte die Hexe elendiglich verbrennen. Gretel aber liepß Hänsel aus dem Stall und rief :“Die Hex´ ist tot!“ Und dann tanzten beide Kinder vor lauter Freude. Danach sahen sie sich im Hexenhaus um und entdeckten viele Perlen und Edelsteine. Damit füllte Hänsel seine Taschen, und Gretel tat in ihre Schürze lauter Lebkuchen. Voller Freude machten sie sich auf den Heimweg. Sie waren noch nicht weit gegangen, da kamen sie zu einem großen Wasser. Wir können nicht hinüber, es gibt keine Brücke und auch kein Boot , meinte Hänsel. Doch Gretel sah eine kleine Ente auf dem See schwimmen. Kleine Ente, kannst du uns zum anderen Ufer bringen ? bat sie. Da brachte die Ente Hänsel und GretaI nacheinander über den See. Als die Kinder ihren Weg am anderen Ufer fortsetzten, kam ihn dort alles recht bekannt vor. Da liefen sie schneller und erblickten bald ihr Elternhaus. Sie stürzten in die Stube und fielen dem Vater um den Hals. Wie freute er sich Hänsel und Gretel wiederzusehen! Seine Frau war inzwischen gestorben, und so war er ganz allein. Ach, welche Vorwürfe hatte er sich schon gemacht, weil er die Kinder im Wald zurückgelassen hatte! Doch nun feierten die drei ein frohes VWedersehen. Die Kinder zeigten dem Vater ihre Schätze, und von da an hatte alle Not ein Ende. Sie lebten in lauter Freude zu sammen. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.

View Details

8.Der Törtchendiebstahl DerHerzkönig und ie Herzkönigin saßen auf dem Thron,umgeben vom Märzhasen,dem Hutmacher und dem Murmeuier. Auf der Bank der Geschworenen saßen alle anderen Spielkarten. Sie mussten bei der Gerichtsverhandlung mitschreiben. Der Herzbube wurde in den Saal geführt, und das Weiße Kaninchen verlas die Ankilage: „Vor drei Tagen hat die Herzkönigin sieben leckere Törtchen gebacken. Der Herzbube ist in die Küche geschlichen und hat ein Törtchen gestohlen.“ „Nein“, schrie der Herzbube, „ich habe das Törtchen nicht gestohlen.“ Wir werden die Wahrheit herauskriegen“, drohte der Herzkönig, und die Herzkönigin kreischte: „Wer ein Törtchen stiehlt, wird zum Tode verurteilt.“ Das Weiße Kaninchen rief: „Der erste Zeuge soll kommen!“ Das war der Hutmacher. Er trat mit seiner Teetasse in der Hand vor den Herzkönig und die Herzkönigin. „Nimm deinen Hut ab!“, befahl die Herzkönigin. „Das ist nicht mein Hut“, antwortete der Hutmacher. „Aha! Da haben wir’s! Der Hut ist gestohlen. Du steckst mit dem Herzbuben unter einer Decke.“ „Nein, ich habe mit dem Diebstahl nichts zu tun“, wehrte sich der Hutmacher. „Ich habe den Hut selbst gemacht und will ihn verkaufen.“ . ,,Er lügti , schrie die Herzkönigin. Kopf ab! Der nächste Zeugei , rief das Weiße Kaninchen. Da betrat die Köchin den Saal und verstreute Pfeffer in alle Richtungen. Sofort fingen alle im Saal an, zu niesen. Ruhe! , schrie das Weiße Kaninchen. Ruhe! schrie auch die Herzkönigin. Als es im Saal wieder still war, sagte der Herzkönig zu der Köchin: Ich nehme Sie jetzt ins Kreuzverhör. Beantworten Sie mir eine wichtige Frage: Woraus werden Törtchen gebacken?“ „Aus Pfeffer, nur aus Pfeffer!“ , schrie die Köchin. „Das ist der Beweis“ , behauptete die Herzkönigin. „Der Herzbube hat die Pfeffertörtchen gestohlen. Er ist ein Dieb. Schlagt ihm den Kopf ab!“ „Die Herzkönigin kommt sich sehr wichtig vor“ , flüsterte Alice dem Mörzhasen zu und aß heimlich ein Stückchen von ihrem Pilz. „Mach dich nicht so dick! Hör auf zu wachsen!“ , schimpfte der Mörzhase. Wieder ertönte die Stimme des Weißen Kaninchens: „Ich bitte die Zeugin Alice, nach vorne zu kommen.“ Alice stand auf und überragte alle anderen im Saal, denn sie hatte wieder ihre alte Größe. Sie machte einen Schritt nach vorn und stieß die Bank der Geschworenen um. Der Herzkönig wurde rot vor Wut und donnerte in den Saal: „Wer größer ist als einen Kilometer, muss sofort den Saal verlassen!“ „So groß bin ich nicht“, antwortete Alice.“Ich bleibe hier.“ „Du bist sogar zwei Kilometer groß“, behauptete die Herzkönigin. „Du musst verschwinden.“ Alice stand mitten im Saal und bewegte sich nicht von der Stelle. „Ich werde dich jetzt verhören“, erklärte der Herzkönig. „Was weißt du über die gemeine Tat?“ „Nichtsl“, rief Alice mit lauter Stimme. „Das ist der Beweis“, schrie die Herzkönigin. „Der Herzbube ist ein Dieb.“ „Halt!“‚ rief das Weiße Kaninchen. „Es ist gerade ein Brief angekommen.“ Die Herzkönigin kreischte'. „Das ist der Beweis. Den Brief hat der Herzbube geschrieben.“ „Ihr wisst ja gar nicht, was in dem Brief steht“, rief Alice in die Runde. „Der Brief muss vorgelesen werden.“ „Wo soll ich anfangen?“, fragte das Weiße Kaninchen den Herzkönig. „Das ist unwichtig, nein, das ist wichtig", stotterte der Herzkönig. „Fang hinten an oder in der Mitte oder vorne!“ Alice hatte den Herzkönig völlig verwirrt. „Fang endlich an, zu lesen!“ , rief Alice dem Weißen Kaninchen zu. Da las das Weiße Kaninchen laut vor: „Man sagte mir, du warst bei ihr und bringst mich vors Gericht. Doch sie sprach Gutes nur von mir,nur schwimmen könnt ich nicht.“ Die Herzkönigin sprang auf und brüllte wieder: „Das ist der Beweis. Kopf ab!“ „Es gibt keine Beweise“ , rief Alice laut in den Saal. Die Herzkönigin war außer sich vor Wut, aber Alice blieb ganz ruhig. „Das Gedicht in dem Brief ist großer Unsinn“ , erklärte sie. Alice schaute sich in der Runde um: ,,Oder kann einer von euch einen Sinn darin entdecken?“ Alle schüttelten die Köpfe und schauten gespannt auf den Herzkönig und die Herzkönigin. Der Herzkönig stand auf, klatschte erfreut in die Hände und rief: „Das ist ja wunderbar. Wenn in dem Brief kein Sinn steckt, müssen wir auch keinen suchen.“ Die Herzkönigin aber platzte fast vor Wut:“Die Zeugin soll sofort den Saal verlassen.“ „Ich denke nicht daran , sagte Alice. ich habe keine Angst vor euch. Ihr seid doch nur Spielkarten aus Pappe.“ Da wirbelten alle Spielkarten durch die Luft und flatterten auf Alice herab. Sie schrie laut auf . . . und erwachte. Alice schlug die Augen auf und schaute sich erstaunt um. Neben ihr im Gras saß die große Schwester und lachte. „Du alte Schlafmütze!Weshalb schreist du denn so? Du musst ja etwas Schreckliches geträumt haben.“ „Nein, nichts Schreckliches, aber etwas furchtbar Komisches“, lachte Alice und rieb sich die Augen. Dann erzählte sie der großen Schwester ihren langen, wundersamen Traum. Sie erzählte vom Weißen Kaninchen, vorn Märzhasen, von der Herzkönigin, von den Spielkartenmännern und von all den anderen seltsamen Gestalten. Alice erzählte so lebendig, dass die Schwester fast glaubte, dabei gewesen zu sein.Als die Geschichte zu Ende war, sprang Alice auf und lief ins Haus. Die große Schwester saß im Gras und dachte noch lange an Alice und ihren wundersomen Traum. Sie malte sich aus, wie Alice als erwachsene Frau ihren Kindern zauberhafte Geschichten erzählen würde. Und vielleicht wird eine Geschichte dabei sein, die die Kinder immer wieder hören wollen: die Traumgeschichte von Alice im Wunderland.

View Details

7.Bei der falschen Suppenschildkröte Alice machte einen Spaziergang durch den herrlichen Garten. Dabei traf sie einen Greifen,der ziemlich unheimlich aussah. Er fragte:“Kennst du schon die Falsche Suppenschildkröte?“ Alice schüttelte den Kopf. “Dann musst du sie kennenlernen“,sagte der Greif. „Sie hat großen kummer und kann dir ihre Lebensgeschichte erzählen.“ “Was hat sie denn für einen Kummer?“,wollte Alice wissen. “Gar keinen“,antwortete der Greif.“Sie bildet sich den Kummer nur ein.“ Plötzlich standen sie vor einem Stein,auf dem ein großes Tier saß und laut schluchzte. “Warum jammerst du denn so?“,fragte Alice. Das Tier stöhnte laut:“Ach,ich war mal eine vernehme Meeresschildkröte.Aber jetzt bin ich im Meer zur Schule gegangen und hatte den besten Schildkrötenlehrer,den es gab. Er hieß Herzog,weil er uns erzog.Aber das verstehst du nicht.“ “Ich gehe doch auch in die Schule“, meinte Alice.“Aber meine Schule war viel besser als deine“.behauptete die Falsche Suppenschildkröte.“Wir lernen sogar Krieg-ich-dich und Lass-sein. Man nennt die beiden Spachen auch Grimsassisch und Laternich.Aber im ersten Schuljahr haben wir nur lehnen und schreiten geübt. Ich konnte in der Klasse am allerbesten lehnen und schreiten.“ Alice hätte beinahe laut losgelacht,aber sie verbesserte die Fehler nicht. Sie wollte die empfindliche Suppenschildk nicht beleidigen. „Ich habe sogar verschiedene Rechenarten gelernt“,fuhr die Falsche Suppenschildkröte fort.4“Überzählen,Unterzählen und sogar Malnebeln.“ “Was ist denn Malnebeln?“,fragte Alice und verbiss sich dabei das Lachen. Was, du kennst kein Malnebeln? , schrie der Greif. Wenn du das nicht kennst, bist du ein großer Dummkopf. Alice wollte empört weggehen, aber da fing die Falsche Suppenschildkröte schon wieder an, ganz erbörmlich zu heulen. Ach, früher, da war alles viel schöner , klagte sie. Am allerschönsten war der Hummertanz. Ja, das ist wahr , sagte der Greif. Dabei habe ich auch immer mitgemacht. Und was ist das für ein Tanz? , fragte Alice. Wir tanzten am Strand , erzählte der Greif, und viele Tiere aus dem Meer waren dabei. Sogar die Seehunde. Jeder von uns hatte einen Hummer zum Partner , schwörmte die Falsche Suppenschildkröte und vergaß dabei sogar, zu stöhnen. Kennst du die Hummer? , fragte der Greif_ Aber sicher , sagte Alice, und beinahe hätte sie verraten, dass sie schon mal einen Hummer gegessen hatte. „Könnt ihr mir den Tanz nicht mal vorführen?“ fragte sie. Der Greif schaute die Falsche Suppenschildkröte an: „Na, wollen wir es versuchen?“ Die Falsche Suppenschildkröte kroch sofort vom Stein herunter und stellte sich vor dem Greifen auf. Aber du musst singenl , sagte sie. „Nein du. Ich kenne den Text nicht mehr“ , erklärte der Greif. Du fing die Falsche Suppenschildkröte leise und wehmütig an, das Suppenlied zu singen. Dabei tanzten die beiden Tiere feierlich urn Alice herum. Und am Schluss jeder Strophe sang der Greif: Als der Tanz zu Ende war, hörte Alice die Stimme derHerzkönigin. Sie verabschiedete sich und fand das Königspaar und sein Gefolge vor dem Schloss. Das Weiße Kaninchen verkündete gerade mit lauter Stimme: „In unserem Land wurde ein schweres Verbrechen verübt. Gleich gibt es eine Gerichtsverhandlung. Die Bewohner des Landes und auch die kleinen und großen Tiere müssen dabei sein.“ Alice beschloss, an der Verhandlung teilzunehmen, und ging in den Saal. Das hörte die Herzkönigin,und sofort brüllte sie wieder:“Kopf ab! Kopf ab!“ Alice fand das Benehmen der Spielkarten höchst lächerlich,aber unterdessen wunderte sie sich über nichts mehr.In diesem Land war alles wie auf den Kopf gestellt.

View Details

6.Im Garten der Königin

Alice wanderte durch den Wald und stand plötzlich voer einem Baum mit einer Tür.Sie drückte auf die Klinke,ging hinein und stand wieder in dem Saal mit den vielen verschlossenen Türen. Alice holte den kleinen Schlüssel vom Tisch und aß ein wenig von ihrem Pilz. Sie wurde so klein,dass sie bequem durch die winzige Tür des Saales gehen konnte. Alice kam in den wunderschönen Garten der Königin. Auf einem Beet wuchsen viel weiße Rosen. Drei Gärtnerinnen waren gerade dabei,die weißen Rosen rot anzustreichen. Seltsame Gestalten sind das!,dachte Alice. Sie sehen aus wie Spielkarten. „hallo!“,rief Alice den Gärtenerinnen entgegen. “Warum streicht ihr denn die Rosen an?“ Eine der Gärtenerinnen flüsterte: „Die Königin wollte rote Rosen im Garten haben,und wir haben aus Versehen weiße gepflanzt. Hoffentlich merkt es die Königin nicht!“ Da ertönte eine Trompete. “Die Königin!“,schrien die Gärtnerinnen voller Angst. Schnell steckte Alice die drei Spielkartenfrauen in einen Blumentopf. Alice hörte Schritte. Sie drehte sich um und sah einen langen Zug,der immer näher kam. An der Spitze marschierten Soldaten,,dahinter die Diener und dann folgte das Weiße Kaninchen. Es spilte den Herold, der die Ankunft des Herkönigs und der Herzkönigin meldete. Alice sah,dass auch die Gestalten in diesem Zug Spielkarten waren. Der lange Zug hielt,und die Herzkönigin schrie Alice wütend entgegen:“Wer bist du? Was willst du hier?“ Das ist aber eine freche Königin,dachte Alice. Aber sie antwortete höflich :“Ich heiße Alice und möchte mir gerne den schönen Garten ansehen.“ Die Königin wurde rot vor Zorm.“Schlagt ihr den Kopf ab!“,kreischte sie. Alice überlegte,op sie nicht doch lieber die Flucht ergreifen sollte, aber keiner nahm die Befehle der Herzkönigin ernst. Dann bereiteten sich alle auf das große Krocketspiel der Herzkönigin vor. Und darauf war Alice sehr neugierig. Alice wunderte sich,als sie den Krocketplatz sah. Überall gab es tiefe Furchen und kleine Buckel.Wie sollte man denn hier eine Kugel rollen?“ “Af die Plätze!“,donnerte die Königin. Da rannten alle wild durcheinander. Sie stolperten übereinander und balgten sih auf der Erde herum. Endlich waren die Plieler so weit, dass sie anfangen konnten. Aber wo waren die Kugeln? Alice traute ihren Augen nicht. Die Kugeln waren lebendige Igel und die Schläger lebendige Flamingos.Die Tore wurden von Soldaten gebildet,die ihren Rücken krümmten und mit Füßen und Händen auf der Erde standen. Jetzt schnappten sich alle einen Flamingo und verscuten,mit seinem Kopf einen Igel zu rollen. Auch Alice klemmte sich einen Flamingo unter den Arm.Sie streckte seinen Kopf aus,um damit den Igel zu treffen. Aber der Flamingo drehte im letzten Augenblick seinen Kopf um und schaute Alice verdutzt ins Gesicht. Als es ihr endlich gelang, den Kopf des Flamingos in die richtige Stellung zu bringen,hatte der Igel Reißaus genommen. Was war das nur für ein seltsames Spiel? Am meisten st;rte Alice,dass mit lebendigen Tieren gespielt wurde. Als Alice sich nach den anderen Spielen umsah,bemerkte sie, dass keiner wartete,bis er an der Reihe war. Jeder spielte, wie es ihm gerade in den Sinn kam. Es gelang keinem,den Igel in ein Tor zu rollen,denn die Soldaten liefen hin und her und bauten die Tore immer wieder an einer anderen Stelle des Platzes auf. Schließlich fingen die Spieler an,sich um die Igel zu streiten. Sie beschimpften sich gegenseitig und schlugen aufeinander ein. Dazwischen hörte Alice die wüttende Stimme der Herzkönigin:“Schlagt allen den Kopf ab!“ Allmählich wurde Alice das unheimlich. Vielleicht machte die Herzkönigin ihre Drohungen wahr,aber die Untertanen schienen sich um die Befehle ihrer Königin gar nich zzu kümmern. Plötzlich sah Alice ein Grinsen in der Luft. “Hallo,liebe Grinsekatze,schön,dass du hier bist!“,rief Alice. Das hörte der Herzkönig.“Mit wem sprichst du?“,fragte er verwundert. “Mit der Grinsekatze“,antwortete Alice,“sie ist meine Freundin.“ Allmählich erschien in der Luft auch der Kopf der Katze. Der Herzkönig zitterte vor Angst und schrie: „Der Kof soll mich nicht so unverschämt angrnsen.Sag der Katze,dass ich ein König bin!“ Da antwortete Alice mutig:“Katzen dürfen auch Könige angrinsen.“ Das hörte die Herzkönigin,und sofort brüllte sie wieder:“Kopf ab! Kopf ab!“ Alice fand das Benehmen der Spielkarten höchst lächerlich,aber unterdessen wunderte sie sich über nichts mehr.In diesem Land war alles wie auf den Kopf gestellt.

View Details

5.Teestunde beim Märzhasen

Alice entschloss sich,nach links zu gehen. Sie erkannte das Haus des Märzhasen sofort. Das Dach war mit Fell bedeckt,und der Schornstein hatte zwei lange Ohren. Vor dem Haus stand ein langer Tisch,an dem der Hutmacher, der Märzhase und ein Murmeltier saßen. “Darf ich mich setzen?“,fragte Alice höflich. “Nein,alles besetzt!“,rief der Märzhase. “Das stimmt doch nicht.“ Alice setzte sich einfach auf einen leeren Platz. “Nimm dir ein Glas Wein!“ brummte der Märzhase. !Ich sehe keinen Wein“,sagte Alice. “Es ist auch keiner da“,erklörte der Märzhase. “Wie kann man denn etwas anbieten,was gar nicht da ist?“,empörte sich Alice. “Das ist doch besser,als gar nichts anzubieten“,antwortete der Märzhase. Der Hutmacher fragte:“Was ist der Unterschied zwischen einem Raben und einem Schreibtisch?“ “Aha!“,sagte Alice.“Hier werden Rätsel geraten. Das ist lustig.Dabei mache ich gerne mit.“ Der Hutmacher zog eine Uhr aus der Tasche. “Welches Datum haben wir heute?“,fragte er. !Den vierten Mai“;antwortete Alice. “Oje“,rief der Hutmacher,“dann geht meine Uhr zwei Tage nach.Märzhase,daran bist du schuld.Du hast wieder Butter in meine Uhr geschmiert.“ Dann fragte der Hutmacher Alice:“na,weißt du jetzt den Unterschied zwischen einem Raben und einem Schreibtisch?“ “Nein“,gab Alice zu.“Sag es mir!“ !Ich habe keine Ahnung“;gestand der Hutmacher. “Ich auch nicht“,kicherte der Märzhase. Alice schüttelte den Kopf.“Wie könnt ihr nur mit so dummen Rätseln eure Zeit verbringen?“ “Was weißt du schon von der Zeit?“,sagte der Hutmacher verächtlich.“Hast du schon mal mit der Zeit gesprochen?“ “Nein,noch nie“,gab Alice zu. “Versuch es mal!“,sagte der Hutmacher. “Wenn du freundlich zu der Zeit bist,macht sie mit deiner Uhr,was du willst. Wenn du keine Lust hast,in die Schule zu gehen,stellt sie die Uhr von acht Uhr auf halb eins.Dann kannst du gleich zu Mittag essen.“ Alice schöttelte ungläubig den Kopf.“Aber dann habe ich ja noch gar keinen Hunger.“ “Dann bleibt di Uhr auf halb eins stehen,bis du Hunger hast“,erklärte der Hutmacher. “Das ist ja wunderbar“,rief Alice. “Lasst ihr euch denn ach die Uhren von der Zeit stellen?“ “Leider nicht. Wir haben uns mit der Zeit verkracht,und jetzt bleibt es bei uns sechs Uhr. Deshalb haben wir immer Teestunde.“ Alice fasste sich an den Kopf.Hier war die Welt wirklich verräckt. “Erzäht uns eine Geschichte!“,sagte der Märzhase. „Ach,ich weiß keine“,antwortete Alice. Da Zwickte der Märzhase das Murmeltier in die Seite : „He du,Schlafmütze,wach auf,erzähl eine Geschichte, aber schlaf nicht dabei ein!“ Das Murmeltier gähnte und fing an,zu erzählen:“Es waren einmal drei Schwestern,die wohnten in einem Sirupbrunnen und spannen jeden Tag lange Sirupfäden.Dann fingen sie an,zu malen.“ Alice fragte :“Womit mlten sie denn?“ “Mit Sirup natürlich“,erklärte das Murmeltier. “Und was malten sie?“,wollte Alice wissen. “Alles,was mit M anfängt : Mausefallen,Monde,Märchen und...“ Das Murmeltier gähnte. “Schlaf nicht ein!“,schrie der Märzhase. Das Murmeltier murmelte noch ein bisschen, dann schlief es ein und schnarchte laut. “Jetzt muust du weitererzählen“,forderte der Märzhase Alice auf. “Das ist eine zu dumme Geschichte, die kann ich nicht weitererzählen“,sagte Alice. “Wenn du nichts kannst und nichts weißt,halt den Mund!“,brüllte der Hutmacher. Das war Alice zu viel.Sie stand auf und verließ auf der Stelle die unhöfliche Teegesellschaft.

View Details

4.Die Begegnung mit der Raupe

Alice kam auf eine Waldwiese. Dort wuchs ein Pilz, der ihr unheimlich groß vorkam. Alice reckte sich, um auf das Pilzdach zu schauen. Da blickte sie einer blauen Raupe direkt ins Gesicht. Die Raupe hockte auf dem Pilz und rauchte eine Pfeife. Eine Weile schauten sich die beiden schweigend an. Dann nahm die blaue Raupe die Pfeife aus dem Mund und fragte:“Wer bist du?“ Alice stotterte:“Das weiß ich auch nicht.Heute Morgen wusste ich es noch,aber dann habe ich mich ständig verwandelt.“ “Erkläre mr das!“,befahl di Raupe. “Das kann ich nicht“,gestand Alice.“Ich bin nämlich nicht ich selber. Einmal bin ich groß und dann wieder klein. Und wenn Ich ein Gedicht aufsage,verdrehen sich die Wörter,und es ist gar nicht mehr das Gedicht, das wir in der Schule gelernt haben.“ “So ist das also“,brummte die Raupe. “Möchtest du denn größer sein?“ “Oh,ja“,erklärte Alice. „Fünf zentimeter sind einfach zu lächerlich.“ “So groß bin ich auch“,schrie die Raupe beleidigt.“und das ist nicht lächerlich,sondern normal.“ “Verzeihung!“,sagte Alice.“Ich hab´s nicht böse gemeint.“ Die Raupe schwieg eine Weile. Dann zeigte sie mit der Pfeife auf den Pilz und brummte:“Die eine Seite macht größer und die andere kleiner.“ Ohne weitere Erklärungen rutschte sie von dem Piz herunter und verschwand. Alice brach ein Stück von der pizkappe ab,bisshinein und begann,sofort zu schrumpfen. Schnell aß sie ein Stückchen von der anderen Seite,und zum Glück fong sie an, zu wachsen. Aber was war denn das? Nur Alices Hals wuchs. Er wurde länger und länger und länger. Schließlich wickelte er sich um einen Baumstamm,sodass die Tauben glaubten, Alice wäre eine Schlange. Gut,dass der Pilz noch da war! Alice aß abwechselnd von jeder Seite ein Stückchen. So konnte sie schrumpfen und wachsen,bis sie allmählich wieder ihre normale Größe hatte. “Jetzt muss ich unbedignt den schönen Garten finden“,sagt Alice. Kaum hatte sie den Wunsch ausgesprochen,da tauchte vor ihr ein Haus auf. Aber es war so klein,dass sie nicht hineingehen konnte.Zum Glück hatte sie sich ein Stück von jeder Seite des Pilzes in die Tasche gesteckt. So konnte sie sich schnell wieder schrumpfen lassen. Voer dem Haus hockte ein Diener mit einem Froschgesicht und glotzte dumm vor sich hin. In dem Haus gab es plötzlich einen fürchterlichen Krach. Die Tür schlug auf und ein Teller flog heraus. “Nanu“,fragte Alice,“wer wirft denn da mit Geschirr herum?“ Weil der Diener schwieg,ging Alice einfach in das Haus hinein. Die Luft in der Küche war voller Pfeffer,sadass sie laut niesen musste. In der Mitte der Küche saß eine Frau mit einem schreienden Kind auf dem Arm. Sie nieste und schimpfte fürchterilich. Die Köchin stand am Herd und rührte in der Suppe. Neben dem Herd lag eine Katze,die grinste. Alice hatte noch nie eine grinsende Katze gesehen. “Warum grinst die Katze?“,fragte Alice. “Dumme Frage!Weil es eine Grinsekatze ist“,antwortete die Köchin. Sie nahm den Topf vom Feuer und schleuderte ihn laut schimpfend an die Wand.Alles, was sie in der Küche finden konnte, flog hinterher;Pfannen,Schüsseln,Teller,Tassen... Alice traute ihren Augen und Ohren nicht. Aber ehe sie etwas fragen konnte, stand sie draußen vor der Tür und hatte das kleine Kind auf dem Arm. Das Baby schrie wie am Spieß. Aber plötzlich grunzte es und verwandelte sich in ein Schweinchen. Alice wunderte sich nicht mehr. In diesem Land gab es eine Überraschung nach der anderen. Alice streichelte das Schweinchen und meinte : „Du bist ja ganz nicdlich,aber was soll ich zu Hause mit einme Schwin anfangen?“ Sie setzte das kleine Tier auf die Erde und sah, wie es verfnügt in den Wald hineinlief. “Hallo! Wer sitzt denn da auf dem Baium?“,rief Alice. “Du bis doch die Grinsekatze.Könntest du mir sagen,wohin ich jetzt gehen soll?“ Die Katz grinste: „Rechts geht’s zum Hutmacher und links zum Märzhasen. Du bist doch sicher auch bei der Königin eingeladen.“ “Nein,leider nicht“,sagte Alice,!aber ich würde gerne den Garten der Königin sehen.“ “Du kannst einfach hingehen“;erkärte die Grinsekatze und verschwand. Nur ihr Grinsen blieb in der Luft stehen.

View Details

Alice im Wunderland

3.Gefangen im Kaninchenhaus Alice lief lange über weite Wiesen und Felder, bis vor ihr ein kleines Haus auftauchte. An der Tür las sie auf einem Schild :“W.Kaninchen.“ Sie freute sich,dass sie so klein war und ohne Mühe ins haus gehen konnte. Im Schlafzimmer fand sie vor einem Spiegel eine Flasche und darauf stand;“Trink mich!“ Neugierig zog sie den Korken aus der Flasche und trank einen Schluck. Sie wuchs so schnell, dass sie bald mit dem Kopf an die Decke stieß und mit den Armen an die Wände. Schließlich musste sie sich lang hinlegen, weil ihr Körper das ganze Zimmer ausfüllte und die Tür versperrte. Als auch das nicht mehr genügte, sterckte sie einen Arm durchs Fenster und einen Fuü in den Kamin. Endlich hörte sie auf,zu wachsen. “Alice, du Dummkopf!“,schimpfte sie sich aus. “was hast du gemacht!Jetzt bekommst du deine Strafe. Du wirst niemals mehr aus dem kleinen Haus herauskommen.“ Aber dann fing sie an, zu lachen,weil sie ihre Lage doch recht komisch fand. Plötzlich hörte sie Stimmen vor dem Haus. Das Kaninchen versuchte vergeblich,die Tür zu öffnen. “Einer muss durch den Kamin kriechen“,sagte jemand. “bill soll das machen“,meinte das Kaninchen. Gespannt dachte Alice:Wer ist wohl Bill? Dann rief ein anderer :“Los,Bill,klettere auf das Dach,und rutsche den Kamin hinunter,dann wissen wir, wer das Haus versperrt. Los!Nun mach schon,alter Junge!“ Alice hörte im Kamin ein Kratzen und zog ihren Fuß ein wenig zurück. Dann trat sie mit aller Kraft nach oben. Draußen schrie eine Stimme: „Oh weh!Da fliegt der Bill aus dem Kamin.“ Und jammernd verkündete Bill:“Es hat mich einer fürchterlich getreten,und da bin ich im Kamin hochgeschossen wie eine Rakete.“ Alle bedauerten Bill,und aus Wut warfen sie Kieselsteine ins Fenster. “Hört sofort auf damit!“,schrie Alice und nahm einen Stein in die Hand. Sofort verwandelte er sich in einen kleinen Kuchen.Alice biss hinein und fing auf der Stelle an,zu schumpfen. Bald war sie so klein,dass sie das Haus verlassen konnte. Draußen vor der Tür gab ein Meerschweinchen einer Eidechse aus der Flasche zu trinken. Jetzt wusste Alice endlich,wer Bill hieß und aus dem Kamin geflogen war. Bill war eine kleine Eidechse. Als die Tiere Alice sahen,wollten sie sich wüttend auf sie stürzen.Aber sie rannte,so schnell sie konnte,in den Wald hinein.

4.Die Begegnung mit der Raupe 5.Teestunde beim Märzhasen 6.Im Garten der Königin 7.Bei der falschen Suppenschildkröte 8.Der Törtchendiebstahl

View Details

Alice im Wunderland

2.Ein Meer von Tränen Weil Alice Hunger hatte, aß sie den ganzen Kuchen auf. “Ach herrje!“,rief sie. !Ich wachse ja wie verrückt.“ Alice wurde größer und größer,bis sie mit dem Kopf an die Decke stieß und ihre Schuhe nicht mehr sehen konnte. Jetzt war es wieder unmöglich,durch die kleine Tür zu gehen. “Niemals werde ich den wunderschönen Garten sehen“,jammerte sie und fing an,zu weinen. Sie weinte und weinte und schimpfte sich schließlich selbst aus. Aber sie konnte ihre Tränen nicht zurückhalten. In ihrem ganzen Leben hatte sie nicht so geweint. Wie Sturzbäche flossen die Tränen aus ihren Augen. Plötzlich hörte Alice ein Getrippel und sah sich um. Es war das Weiße Kaninchen. Prächtig gekleidet kehrte es zurück und ließ vor Alice ein Paar weiße Handschuhe und einen Fächer fallen. Alice hob den Fächer auf und dachte: Es geschehen hier die wunderlichsten Dinge. Bin ich überhaupt uoch ich? Oder bin ich in der Nacht vertauscht worden? Aber wenn ich nicht ich bin,wer bin ich dann? Bin ich vielleicht Ada oder Mabel? Ada und Mabel waren ihre Freundinnen. Ada war gut in der Schule, Mabel aber nicht. “Und was weiß ich?“,fragte sich Alice. “Das muss ich herausfinden.Ich sage jetzt einfach alles auf,was ich kann. Zuerst Mathematik : Vier mal fünf ist zwölf. Vier mal sechs ist dreizehn.Vier mal sieben ist … Nein,so geht das nicht! Ich probiere es lieber mit Erdkunde : England liegt in Afrika, Deutschland in Amerika, und Frankreich liegt in …. Ach, das ist alles falsch. Ich versuche es lieber mit einem Gedicht.“ Aber auch dabei geriet ihr alles durcheinander. Alice hielt noch immer den Fächer in der Hand. Plötzlich merkte sie, dass sie wieder schrumpfte,und wenn sie den Fächer nicht schnell hingelegt hätte,wäre sie vielleicht wirklich weggeschrumpft. “jetzt kann ich wenigstens in den schönen Garten gehen“,sagte sie und wollte den Schlüssel vom Tisch holen. Aber oh Schreck! Wie war jetzt viel zu klein. Vor Zorn stampfte sie mit dem Fuß auf, rutschte aus und fiel in den See hinein,den sie selbst geweint hatte. “Hoffentlich ertrinke ich nicht in meinen eigenen Tränen“,jammerte sie. Da machte es plitsch,platsch.Alice glaubte,ein Walross käme geschwommen. Aber es war eine ganz normale Maus, die der winzigen Alice unheimlich groß vorkam. “Liebe Maus!“,sagte Alice. „Wie schön, dass du hier bist. Endlich habe ich jemanden,mit dem ich mich unterhalten kann. Zu Hause bin ich nie allein.Denn dort habe ich eine Katze.“ Als die Maus das wort Katze hörte,sträubte sich ihr die Haare, und laut quiekend schwamm sie davon. Alice schwamm hinter der Maus her. Und mit einem Mal war der Tränensee voller Tier. Im Wasser planschten Enten,Meerschweinchen,Eulen,Papageien und sogar ein riesengroßer Hahn. Alice war froh,als sie endlich das Ufer erreichte. Doch wieder hatte sich alles verwandelt : Der große Saal mit dem gläsernen Tisch und der kleinen Tür war spurlos verschwunden

3.Gefangen im Kaninchenhaus 4.Die Begegnung mit der Raupe 5.Teestunde beim Märzhasen 6.Im Garten der Königin 7.Bei der falschen Suppenschildkröte 8.Der Törtchendiebstahl

.

View Details

Alice im Wunderland

1.Im Reich unter der Erde

Alice hockte im Gras und langweilte sich. Neben ihr saß die große Schwester und las. Alice schaute in das Buch und sagte : „Was für ein langweiliges Buch! Kein einziges Bild ist darin.“ Die Schwester lachte :“ Ich finde das Buch spannend, aber du bist noch zu klein dafür.“ „Ich soll zu klein sein?“,widersparach Alice empört. “Ich bin acht Jahre alt und kann schon lesen.“ Die große Schwester schwieg. Sie wollte nicht mehr gestört werden. Alice göhnte und ließ sich müde ins Gras fallen. Plötzlich sah sie ein weißes Kaninchen mit roten Augen. Es zog eine Uhr aus der Westenstasche und rief:“Oh weh, ich komme ja zu spät.“ So schnell es konnte, hoppelte das Kaninchen davon. Alice sprang auf und folgte dem seltsamen Tier. Sie sah, wie das Kaninchen unter der Hecke in einem großen Loch verschwand. Ohne zu überlegen, sprang Alice hinter und fiel in einen tiefen Schacht. Aber sie stürzte nicht, sondern schwebte langsam in die Tiefe. Unterwegs konnte sie sich in aller Ruhe umsehen. An den Wänden befanden sich lange Regale voller Bücher. Hier und da hingen bunte Bilder und Landkarten. Alice fiel tiefer,immer tiefer. “Ich glaube,dass ich durch die ganze Erdkugel falle. Wenn ich wieder herauskommen,bin ich da,wo die Leute auf dem Kopf stehen. Bestimmt bin ich schon im Mittelpunkt der Erde. Das müssten ungefähr sechstausend Kilometer sein.“ Wenn Alice keine Zuhörer hatte,sprach sie mit sich selbst. “Ich möchte endlich wissen,wo ich bin. Ist das hier Australien, Afrika oder vielleicht Neuseeland? Schade,dass Dina nicht bei mir ist! Aber in diesem tiefen Schacht gibt es für Katzen nichts zu fressen. Keine einzige Maus! Aber vielleicht gibt es hier Fledermäuse. Fressen Katzen Fledermäuser?“ Alice wurde immer schläfriger und murmelte: „Fledermäuse,Lederfäuse,Fledermäuse,Lederfläuse...“ Und als sie zum sechsten Mal „Fledermäuse,Lederfläuse“ gemurmelt hatte, plumpste sie auf einen Haufen welker Blätter. Das Kaninchen war verschwunden. Alice lief durch einen Tunnel und kam in einen großen Saal mit verschlossenen Türen. Wie komme ich hier bloß wieder heraus?, dachte Alice. Da sah sie auf einem Glastisch in der Mitte des Saales einen goldenen Schlüssel liegen,aber der war so winzig,dass er in keine Tür passte. Schließlich fand sie hinter einem Vorhang eine kleine Tür. Alice öffnete das Türchen und schaute in einen herrlichen Garten. Sicher gehörte er einer Königin. Am liebsten wäre Alice sofort aus dem düsteren Saal hinaus in den Garten gelaufen. “Schade!“,sagte sie.“Durch das Loch passt gerade mein Kopf.Aber der kann ja nicht alleine im Garten spazieren gehen.“ Alice überlegte.“Ich wünschte,ich könnte mich ineinanderschieben wie ein Fernrohr.“ Ihr Blick fiel auf den Glastisch. Da stand auf einmal Fläschchen,und darauf war geschrieben:“Trink mich!“ Neugierig steckte Alice den Finger hinein und probierte. „Mm! Das schmeckt ja wunderbar. Es schmeckt nach Erdbeertorte und nach Sahnebonbons und ein bisschen nach Schweinebraten.“ Alice wafte es und trank einen großen Schluck. Da fühlte sie,wie sie zu schrumpfen begann. “Oh weh!“,sagte Alice.“Hoffentlich schrumpfe ich nicht ganz weg.“ Aber das tat sie zum Glück nicht. Sie lief sofort zu der kleinen Tür,um in den Garten zu gehen. Wie ärgerlich! Sie hatte vergessen,den Schlüssel vom Tisch zu nehmen.Und jetzt konnte sie ihn nicht mehr erreichen,denn sie war wiel zu klein. Der winzigen Alice kam der Tisch unheimlich hoch vor. Was sollte sie nur machen? Verzweifelt versuchte sie, sich am Tischbein hochzuziehen,aber sie rutschte immer wieder ab. Alice schaute sich um. Da entdeckte sie ein Kästchen mit einem Kleinen. “Iss mich!“,stand darauf. Alic biss ein Stückchen von dem Kuchen ab und wartete. Aber es geschah nichts.

2.Ein Meer von Tränen 3.Gefangen im Kaninchenhaus 4.Die Begegnung mit der Raupe 5.Teestunde beim Märzhasen 6.Im Garten der Königin 7.Bei der falschen Suppenschildkröte 8.Der Törtchendiebstahl